USA
Hillary Clinton verlangt Trump-Anhörung unter Eid in Epstein-Ausschuss
Wegen zahlreicher Ungereimtheiten im Skandal um den verstorbenen US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein dringen die oppositionellen Demokraten auf eine Kongressanhörung von Präsident Donald Trump.
Die Clintons sagen dieser Tage vor dem Epstein-Ausschus im US-Kongress aus Foto: Win McNamee/Pool/AFP
Die frühere Außenministerin Hillary Clinton forderte am Donnerstag vor dem zuständigen Aufsichtsausschuss, dieser solle Trump „unter Eid zu den zehntausenden Malen befragen, die er in den Epstein-Akten auftaucht“. Die Republikaner lehnen eine Vorladung Trumps dagegen ab.
Clinton warf den Republikanern „institutionelles Versagen“ in der Affäre vor. Unter Anspielung auf Trump sagte sie laut ihrer im Onlinedienst X veröffentlichten Erklärung, es gehe ihnen nur um den Schutz einer Partei und einer Person und nicht um „Wahrheit und Gerechtigkeit für die Opfer und die Überlebenden sowie für die Öffentlichkeit, die dieser Sache auf den Grund gehen will“.
Der für den Fall Epstein zuständige Ausschuss hörte Clinton per Video aus ihrem Haus im Bundesstaat New York an. Am Freitag wollen die Abgeordneten ihren Mann befragen, den früheren Präsidenten Bill Clinton. Die Clintons hatten sich zunächst gegen die Anhörung gewehrt und gaben dem erst nach Androhung juristischer Zwangsmittel statt.
Der führende Demokrat in dem Untersuchungsausschuss, Robert Garcia, warf der US-Regierung und den Republikanern erneut „Vertuschung“ vor. Kurz vor der Befragung von Hillary Clinton hatten der Radiosender NPR und die New York Times berichtet, das Justizministerium habe bei der Veröffentlichung der Epstein-Akten Dokumente zurückgehalten, in denen eine Frau Missbrauchsvorwürfe gegen Trump erhebt.
Minderjährige von Trump sexuell missbraucht?
Dabei geht es um Unterlagen der Bundespolizei FBI. Darin sollen Befragungen einer Frau zusammengefasst sein, die 2019 nach der Verhaftung Epsteins angegeben hatte, als Minderjährige sowohl von Epstein als auch von Trump sexuell missbraucht worden zu sein.
Der republikanische Vorsitzende des Aufsichtsausschusses, James Comer, nannte eine Befragung Trumps im Kongress nicht nötig. Der Präsident werde ohnehin jeden Tag von Journalisten zu seinem Wissen über den Fall und über seine Beziehung zu Epstein befragt, sagte Comer vor Medienvertretern. An die Clintons hätten die Abgeordneten dagegen „viele Fragen“.
Die Demokraten sehen in der Vorladung des Ehepaars Clinton ein politisches Manöver, um von Trumps eigener Verstrickung in den Epstein-Skandal abzulenken. Diesen Vorwurf wies Comer zurück. Die Befragung der Clintons sei „keine parteiische Hexenjagd“, betonte der Republikaner. Niemand werfe dem Paar derzeit ein Fehlverhalten vor.