Nahost
G7 einigt sich überraschend auf Erklärung zum Iran-Krieg
Beim G7-Gipfel sieht es zunächst so aus, als könnten sich die Teilnehmer bei wichtigen außenpolitischen Themen nicht auf eine gemeinsame Sprache verständigen. Nun gibt es doch eine Ausnahme.
António Costa, Präsident des Europäischen Rates, (l-r), Shigeru Ishiba, Ministerpräsident von Japan, Giorgia Meloni, Ministerpräsidentin von Italien, Emmanuel Macron, Präsident von Frankreich, Mark Carney, Premierminister von Kanada, US-Präsident Donald Trump, Keir Starmer, Premierminister von Großbritannien, Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Ursula von der Leyen, Präsidentin der EU-Kommission, stehen beim G7-Gipfel in der Pomeroy Kananaskis Mountain… Foto: Michael Kappeler/dpa-Pool/dpa
US-Präsident Donald Trump und die anderen G7-Chefs haben sich unerwartet auf eine gemeinsame Erklärung zum Krieg zwischen Israel und dem Iran verständigt. In dem von Gastgeber Kanada veröffentlichten Text wird der Iran als „die Hauptquelle regionaler Instabilität und des Terrors“ bezeichnet und Israels Recht auf Selbstverteidigung betont. Weiter erklären die Staats- und Regierungschefs der G7, man habe stets unmissverständlich klargestellt, dass der Iran niemals in den Besitz einer Atomwaffe gelangen dürfe.
Die Einigung auf die Erklärung am Montagabend (Ortszeit) erfolgte wenige Stunden nach der Ankündigung des Weißen Hauses, dass Trump wegen der Nahost-Krise vorzeitig nach Washington zurückkehrt und auf den zweiten Gipfeltag verzichtet.
Direkte Kritik am israelischen Vorgehen gegen den Iran findet sich in der Erklärung der Gruppe führender demokratischer Wirtschaftsmächte nicht. Es wird lediglich die Bedeutung des Schutzes der Zivilbevölkerung in dem Konflikt betont und gefordert, dass die Lösung der Iran-Krise zu einer umfassenderen Deeskalation der Feindseligkeiten im Nahen Osten führen sollte – einschließlich eines Waffenstillstands im Gazastreifen.
Trump sieht Gesprächsbereitschaft Teherans
Der neue Krieg
Israel attackiert seit der Nacht zu Freitag Ziele im Iran – darunter Atomanlagen, führende Militärs, Atomwissenschaftler, Verteidigungsstellungen, Ziele in Städten und Öl- und Erdgasfelder. Das erklärte Hauptziel ist es, die Islamische Republik an der heimlichen Entwicklung von Atomwaffen zu hindern. Der Iran reagierte mit Gegenangriffen auf Israel.
Der Krieg zwischen den beiden Erzfeinden ist eine bedeutsame Eskalation der ohnehin dramatischen Lage im Nahen Osten. Israel führt seit Oktober 2023 auch einen Krieg gegen die islamistische Hamas im Gaza-Streifen – in Reaktion auf einen verheerenden Hamas-Angriff auf israelischem Boden. Durch den militärischen Konflikt zwischen dem Iran und Israel droht ein Flächenbrand in der gesamten Region.