Ungarn
Fünf Jahre nach Schließung der Balkanroute sind Zehntausende Transitflüchtlinge weiter auf ihr unterwegs
Fünf Jahre nach der „Schließung“ der Balkanroute haben sich die Grenzbarrieren vermehrt. Doch die Zahl der Flüchtlinge, die über Land nach Westen zu gelangen suchen, ist auffällig konstant: Selbst Abschottungsvorreiter Ungarn ist wieder ein beliebtes Transitland der Schleppernetzwerke.
Bereits im Jahr 2016 ließ der ungarische Regierungschef Viktor Orban einen Zaun an der serbischen Grenze hochziehen, um Flüchtlinge abzuhalten. Polen schickte Grenzbeamte, um die Ungarn bei der Grenzsicherung zu unterstützen. Foto: Zoltan Mathe/MTI via AP, file
Die Erfahrungen seiner zweijährigen Flüchtlingsodyssee haben den Mann mit den blauen Augen vorsichtig gemacht. „Bitte keine Namen, keine Aufnahmen, keine Fotos“, sagt im serbischen Sombor der drahtige Syrer Adil (Name geändert). Nicht nur der Fastenmonat Ramadan lässt den Bau-Ingenieur aus Aleppo mit fünf seiner Schicksalsgenossen im Schatten eines Obstbaums vor dem Hostel „Beli Dvor – Weißes Schloß“ auf den Einbruch der Dunkelheit harren. Sie wollten erneut versuchen, über die ungarische Grenze zu gelangen, so Adil: „Wir wollen dieses Mal unter dem Zaun durch, nicht drüber.“