Analyse von Außen
Frieden als Wirtschaftsstrategie
Wirtschaftliches Wachstum ist kein Selbstzweck – und ohne klare politische Mission kann es sogar destabilisieren. Warum Frieden als normatives und investitionsgetriebenes Leitmotiv dienen sollte, um Wirtschaftspolitik neu auszurichten und globale wie soziale Stabilität zu stärken.
Eine Friedensmission würde auch mit Starmers eigener Geschichte als Menschenrechtsanwalt übereinstimmen Foto: Ben Stansall/AFP
In seiner Rede auf dem Labour-Parteitag im September betonte der britische Premierminister Keir Starmer erneut das „Wachstum“ als zentrale Aufgabe seiner Regierung. Gleichzeitig zog er eine scharfe moralische Grenze zwischen Labour und Reform UK, indem er sich auf britische und demokratische Werte berief, um die populistische Partei als jenseits des Bösen darzustellen. Der Kontrast zwischen diesen beiden Themen offenbart jedoch ein tieferes Problem, das Starmers Amtszeit prägen könnte: Wachstum an sich hat keine moralische Wertigkeit.