Österreich
Freude über deutschen Schuldenwumms erinnert an Neutralitätsschmäh
Nicht nur in sicherheitspolitischer Hinsicht gefällt sich Österreich in der Rolle des Trittbrettfahrers. Jetzt hofft Wien auf die Segnungen der deutschen Schuldenpolitik.
Der österreichische Bundeskanzler Christian Stocker will darüber nachdenken, wie der Staat schlanker werden soll Foto: AFP/John Thys
Wenn die Russen kommen, dann wird uns die NATO schon zu Hilfe eilen. Kein österreichischer Politiker sagt das so, weil ein neutraler Staat auf den Primat der Selbstverteidigung verpflichtet ist. Aber in den Hinterköpfen der meisten Alpenrepublikaner, nicht nur ihrer Politiker, ist der Platz auf dem NATO-Trittbrett fix gebucht. Nur so konnte man es sich leisten, das Bundesheer noch mehr auszuhungern als Deutschland seine Bundeswehr. Nur so kann man es sich leisten, Velina Tschakarowas Analyse zu ignorieren. Die Beraterin des Verteidigungsministeriums warnte kürzlich im Tageblatt-Interview vor einem Bumerangeffekt der Neutralität, sollte Putin die Verteidigungsbereitschaft des Westens austesten wollen, ohne gleich eine Aktivierung von Artikel 5 des NATO-Vertrages zu riskieren. Da könnte nämlich ein Nicht-NATO-Staat ins Visier Moskaus geraten.