„Die Toten waren vermeidbar“

Flut im spanischen Valencia: Gericht beschuldigt Politiker

Es war eine der schlimmsten Naturkatastrophen, an die sich die Spanier erinnern können: 228 Menschen starben bei der Horrorflut, die im vergangenen Herbst, am 29. Oktober, weite Teile der Provinz Valencia überschwemmte. Inzwischen ermittelt die Justiz, weil der Verdacht besteht, dass die für den Katastrophenschutz zuständige Regionalregierung in Valencia die Bevölkerung nicht rechtzeitig gewarnt hat.

Der Chef der konservativen Regionalregierung Carlos Mazón steht wegen der gerichtlichen Aufarbeitung der Flutkatastrophe in Valencia schwer unter Druck

Der Chef der konservativen Regionalregierung Carlos Mazón steht wegen der gerichtlichen Aufarbeitung der Flutkatastrophe in Valencia schwer unter Druck Foto: AFP/José Jordan

Bei der gerichtlichen Aufarbeitung geht es auch um die Grundsatzfrage: Können Politiker bei Fehlentscheidungen strafrechtlich belangt werden? Denn erste Ermittlungsergebnisse belasten die Entscheidungsträger schwer: „Die Toten waren vermeidbar“, erklärt Untersuchungsrichterin Nuria Ruiz Tobarra in ihrem Zwischenbericht. Die konservative Regionalregierung unter ihrem Chef Carlos Mazón habe die Bevölkerung viel zu spät davor gewarnt, dass nach sintflutartigen Regenfällen eine Flutwelle heranrollt. Die Richterin wirft der politischen Führung „offensichtliche Untätigkeit“ und „grobe Fahrlässigkeit“ vor. Als am Katastrophenabend, kurz nach 20 Uhr, endlich eine formelle Warnung auf alle Handys der Region geschickt wurde, waren bereits viele Menschen ertrunken.

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