Waldbrände in Südeuropa
Feuerwalze überrollt Frankreich und Spanien – Bordeaux bereitet sich auf Ernstfall vor
Während im Südwesten Frankreichs Hunderttausende Menschen ihre Häuser, Ferienwohnungen und Campingplätze verlassen mussten, kämpfen Feuerwehrleute in Zentralspanien weiter gegen eine Feuerfront, die ganze Landstriche erfasst hat.
Ein Feuerwehrmann aus Paris bekämpft in Marcheprime westlich von Bordeaux kleinere Brandherde Foto: Romain Perrocheau/AFP
Die Rauchwolken sind inzwischen so gewaltig, dass sie den Himmel über Südfrankreich und Teilen Spaniens verdunkeln. In Bordeaux riecht die Luft nach verbranntem Holz, in Madrid warnen die Behörden vor gesundheitsschädlichem Rauch. Für viele Urlauber an der französischen Atlantikküste und in Spaniens Brandregionen im Landeszentrum endete das Ferienwochenende mit der Flucht vor den Flammen.
Der Großbrand im Département Gironde westlich von Bordeaux fraß sich am Sonntag weiter durch die ausgetrockneten Kiefernwälder. Nach Angaben der Behörden wurden inzwischen rund 220.000 Menschen in Sicherheit gebracht. Zusammen mit den Evakuierungen im benachbarten Département Landes sind inzwischen etwa 250.000 Menschen betroffen – die größte Evakuierungsaktion in Frankreich seit Jahrzehnten. Präsident Emmanuel Macron bezeichnete die Brände als eine außergewöhnliche Belastungsprobe für das Land.