Ukraine
„Extrem wichtiges Signal“: Überraschungsbesuch des US-Präsidenten Joe Biden in Kiew
Ein Lächeln huscht über Joe Bidens Gesicht, als er sich im blauen Kiewer Marien-Palast ins Gästebuch einträgt. Niemand hat ihn hier erwartet, offiziell bereite er sich auf einen Nachtflug mit der „Airforce One“ nach Warschau vor. Und doch weilt der US-Oberbefehlshaber nun in der ukrainischen Hauptstadt.
US-Präsident Joe Biden besuchte Wolodymyr Selenskyj am Montag in Kiew Foto: Dimitar Dilkoff/AFP
„Als Putin vor fast einem Jahr seine Invasion startete, dachte er, die Ukraine sei schwach und der Westen sei gespalten. Er dachte, er könnte uns überrumpeln. Aber da hat er sich gewaltig geirrt“, schreibt Biden. Damals, im Februar 2022, noch vor der russischen Invasion, wurde das Botschaftspersonal in die westukrainische Metropole Lwiw evakuiert. Kaum hatte Russland angegriffen, flohen die Diplomaten in ein Hotel bei Przemysl in Polen, rund 15 Kilometer von der Grenze entfernt. Ein paar Beamte pendelten die folgenden Tage zwischen den beiden Ländern. Denn auch viele US-Experten bescheinigten damals der ukrainischen Armee wenig Chancen, Kiew, geschweige denn das ganze Land zu verteidigen.