Eskalation am Golf

Experten befürchten Ölpreis von über 100 Dollar pro Barrel

Die Märkte stellen sich auf eine „geopolitische Risikoprämie“ ein. Iran und die Huthi-Milizen in Jemen drohen mit einer Blockade der Meerenge Bab al-Mandab.

Nach den wieder aufgeflammten Luftangriffen zwischen den USA und dem Iran werden die Spritpreise wieder steigen

Nach den wieder aufgeflammten Luftangriffen zwischen den USA und dem Iran werden die Spritpreise wieder steigen Foto: Loic Venance/AFP

Viele Autofahrer blicken derzeit wieder nervös auf die Preistafeln an den Tankstellen. Am Mittwoch wurden in Luxemburg 1,76 Euro für Super 95 und 1,93 Euro für Super 98 angezeigt. Diese Höhen scheinen das neue Normal zu sein. Doch es könnte noch schlimmer kommen. Nach der Serie von harten amerikanischen Angriffen auf den Iran und Gegenattacken der Revolutionsgarden auf die Golfstaaten übersprang der Ölpreis der gängigen Sorte Brent am Montag erstmals seit Anfang Juni wieder die Marke von 90 Dollar pro Barrel. Und er zieht weiter an.

„Mit der erneuten Eskalation des Konflikts am Persischen Golf rückt die Friedenslösung wieder in die Zukunft, sodass ein Ölpreis in Richtung 100 oder sogar mehr Dollar pro Barrel immer wahrscheinlicher wird“, sagte Galina Kolev-Schaefer, Professorin an der Technischen Hochschule Köln und Ökonomin am Institut der deutschen Wirtschaft (IW), dem Tageblatt. Käme es dazu, dürfte der Spritpreis weiter zulegen. „Durch den höheren Ölpreis steigen auch die Benzinpreise, Lebensmittel und andere transportintensive Produkte werden teurer“, so Kolev-Schaefer.

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