Parlamentswahl in Serbien
Ex-Präsident Vučić kämpft bei Parlamentswahl um sein politisches Überleben
Ob als Minister, Regierungs- oder Staatschef: Seit über 14 Jahren teilt der autoritär gestrickte Ex-Präsident Aleksandar Vučić in Serbien die Karten aus. Mit allen Mitteln kämpft der russophile Ränkeschmied um den Machterhalt: Der Sieg seiner SNS bei der Parlamentswahl am Sonntag ist keineswegs gewiss.
Aleksandar Vučić bei einer Wahlkampfveranstaltung in Niš: Der ehemalige serbische Präsident will sich mit allen Mitteln in einem hohen Staatsamt halten Foto: AFP/Sasa Djordjevic
Die breitschultrigen Auftragseinpeitscher auf der Tribüne gegenüber dem Rednerpult geben den Takt vor. „Aco Serbe, Aco Serbe – Sieg, Sieg, Sieg!“, skandieren die stadionerfahrenen Stimmungsmacher im Hallenrund der Belgrad Arena. Rhythmische Balkanweisen scheppern aus den Lautsprechern. Unablässig kreisen Scheinwerfer über die voll besetzten Ränge.
Endlich schreitet der Mann im blauen Anzug mit erhobenen Armen und unter tosendem Beifall zum Mikrofon: Als Spitzenkandidat der nationalpopulistischen SNS will Aleksandar Vučić bei der Parlamentswahl am Sonntag in das von ihm bereits von 2014 bis 2017 gehaltene Amt des Regierungschefs zurückrotieren.