Österreich
Eskalierender Machtkampf bei SPÖ droht Alpenrepublik politisch zu paralysieren
Die SPÖ steht vor dem Showdown: Der Multimillionär Gerhard Zeiler hat dem mit seinem prononciert linken Kurs gescheiterten Parteichef Andreas Babler öffentlich den Fehdehandschuh hingeworfen.
Hat den Blick fest auf den SPÖ-Vorsitz gerichtet: Gerhard Zeiler Foto: AFP
Heute hätte die SPÖ etwas zu feiern. Der Nationalrat wird eine von den Genossen gegen Bedenken von ÖVP und Neos durchgesetzte Spritpreisbremse beschließen. Die kommende Entlastung von immerhin 12 Cent pro Liter Treibstoff geht freilich völlig unter in der neuen Schlagzeilenflut, die nicht zuletzt aus einem bevorstehenden Milliardendeal in den USA resultiert. Seit vor wenigen Tagen wichtige Hürden für die Übernahme von Warner Brothers durch Paramount genommen wurden, ist für einen Warner-Topmanager klar, dass er bald ein neues Leben mit dreistelliger Millionen-Dollar-Abfindung beginnen wird. Mit 71 will Gerhard Zeiler, scheidender „President International“ des demnächst verschluckten Medienriesen Warner, noch einmal durchstarten. Als neuer SPÖ-Vorsitzender.
Am Freitag offenbarte er seine Zukunftspläne in einem Interview mit der Kronen-Zeitung: „Ich glaube, dass ich die richtige Person bin, um die Partei aus diesem historischen Tief herauszuführen“, war der Satz, der in der Wiener SPÖ-Zentrale wie eine Bombe einschlug. Zwar war seit Längerem spekuliert worden, dass der schon vor seiner USA-Karriere als ORF-Generalintendant und langjähriger RTL-Chef Millionen scheffelnde Ex-Pressesprecher des 1986 zurückgetretenen SPÖ-Kanzlers Fred Sinowatz Ambitionen auf den SPÖ-Vorsitz haben würde, doch jetzt wird es wirklich ernst für Andreas Babler.