Russland
Es flimmert und rauscht der Krieg: Streifzug durch die Fernsehprogramme des Landes
Wer das nationalistische Russland verstehen will, muss fernsehen. Das TV-Gerät ist das wichtigste Propagandainstrument. Unsere Korrespondentin Inna Hartwich hat sich durch die Programme gezappt.
Selbst in den Zügen der Moskauer U-Bahn wird den Passagieren staatliches Propaganda-Fernsehen angeboten Foto: AFP/Kirill Kudryavtsev
Morgens um neun ist die Welt … voller Geschosse. Rechts ragt eine Glattrohrkanone ins Bild, in der Mitte des Bildschirms fliegen Erdhaufen in die Luft, ein Panzer quält sich durch den Wald, von links kommen wieder Geschosse, Männer in Tarnfarben werfen sich zu Boden, Bäume fallen um. Wieder ein Panzer, wieder ein Dröhnen, wieder Explosionen. „Unsere Landetruppen schlagen die Gegner in die Flucht. Sie brennen buchstäblich ihre Positionen nieder.“ Die Moderatorin klingt triumphierend. „Die ukrainischen Nationalisten schießen mit immer neuer Kraft. Diese Radikalen schlagen mit NATO-Kaliber zu. Unsere Jungs halten dagegen.“