Tschetschenien
Erstmals sagt ein Insider aus, doch Kadyrow trotzt den Foltervorwürfen und der Kreml schweigt
Die Enthüllungen eines Ex-Polizisten über Menschenrechtsvergehen in Tschetschenien belasten die Führung in Grosny schwer. Erstmals werden damit journalistische Recherchen von einem Insider bestätigt. EU und USA fordern Moskau zum Schutz der Reporterin auf, die den Fall ins Rollen brachte. Der Kreml schweigt.
Kadyrows Angriffslust auch gegenüber Moskau lässt vermuten, dass er in dem Fall nicht klein beigeben wird Foto: AFP/Kirill Kudryavtsev
Sulejman Gesmachmajew lebt nicht mehr in Tschetschenien. Mit seiner Familie ist er in einen europäischen Staat geflohen. Sein genauer Aufenthaltsort ist unbekannt. Seine Enthüllungen bedeuten eine Gefahr für sein Leben. Gesmachmajew gehörte früher den tschetschenischen Sicherheitskräften an. Nachdem er das russische Staatsgebiet verlassen hatte und in Sicherheit war, packte er aus. Der Moskauer Kreml-kritischen Zeitung Nowaja Gaseta schilderte er, was er als Unteroffizier des „Achmat Kadyrow“-Regiments erlebte. Das Polizei-Regiment wird als „Speznas“ für besondere Aufgaben wie Terrorismusbekämpfung eingesetzt.