Coronavirus
Ein Jahr nach der Revolution: Unsichere Zeiten für den Sudan
Vor einem Jahr wurde Sudans Machthaber Al-Baschir gestürzt. Die Euphorie war enorm. Doch die Wirtschaft liegt weiter am Boden und die politische Lage ist fragil. Nun hat sich auch Covid-19 in dem Land ausgebreitet - und schafft eine womöglich gefährliche Lage.
Sudan hat bisher offiziell erst 14 Coronafälle. Zwei Menschen sind an der Krankheit gestorben. Foto: ASHRAF SHAZLY / AFP
Vor einem Jahr besetzten Abertausende Sudanesen den Platz vor dem Armee-Hauptquartier in Khartum. Die junge Studentin Alaa Salah, die zum Symbol der Protestbewegung wurde, stand auf einem Autodach und rief Parolen. Künstler bemalten die Mauern, Wände und Straßen der sudanesischen Hauptstadt. Professoren, Lehrer, Ärzte, alle gingen sie auf die Straße. Das Land brodelte. Dann passierte das unmögliche: Der autokratische Präsident Omar al-Baschir wurde am 11. April nach fast 30 Jahren an der Macht vom Militär gestürzt. Es war der Arabische Frühling 2.0.