Polen
Ein Jahr Donald Tusk: Vor allem Jungwähler enttäuscht von Mitte-links-Regierung
Genau vor einem Jahr kam Donald Tusks Mitte-links-Regierung ins Amt. Doch die Aufbruchstimmung nach dem überraschenden Wahlsieg der liberalen Opposition im Oktober 2023 und der von der PiS künstlich um zwei Monate verzögerten Regierungsübernahme ist bei vielen Polen einem Gefühl der Ernüchterung gewichen.
Polens Regierungschef Donald Tusk (r.) – hier gestern mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron – hat sein Land wieder in die Mitte der europäischen Bühne gebracht Foto: Wojtek Radwanski/AFP
Mehr Polen sind nach einem Jahr Tusk mehr enttäuscht als zufrieden. Laut einer am Donnerstag publizierten Umfrage bewerten 51,4 Prozent der Polen die Tusk-Regierung heute „negativ“ und nur 39,6 Prozent „positiv“. Neun Prozent haben laut Meinungsforschungsinstitut United Survey keine Meinung. Bedenklich sind aber vor allem diese Zahlen: Nur 17 Prozent der 18- bis 29-Jährigen sind heute mit der aus Tusks liberaler Bürgerplattform (PO), dem zentristischen „Dritten Weg“ (3D) und der Vereinigten Linken gebildeten Regierung zufrieden. Tusks Wahlsieg von 2023 war gerade der Mobilisierung dieser politisch bisher wenig aktiven Altersgruppe zu verdanken.