Neues Energiemarktdesign
EU will Verbraucher mit Strompreis „zocken“ lassen
Als knapp werdendes Gas im vergangenen Jahr die Strompreise explodieren ließ, nahm sich die EU vor, das Strompreisdesign zu überarbeiten, damit künftig nicht mehr die teuerste Energie den Preis für alle bestimmt. Nun liegt der Entwurf der EU-Kommission vor. Er fällt anders aus als vermutet.
Stromgewinnung mit Solaranlagen ist günstiger als mit Atomanlagen, was auch den Stromkunden zugutekommen sollte Foto: AFP/Daniel Leal
Börsenspekulanten kennen es: Mit hochriskanten Aktien kann man schnell reich, aber auch bitterarm werden, langfristige Strategien stehen für mäßige Wertentwicklung. Viele Anleger schätzen die Mischung. Genauso sollen die Verbraucher nach den Vorstellungen der EU-Kommission künftig mit ihren Stromanbietern „zocken“ können. Teil des vorgeschlagenen neuen Strommarktdesigns ist die Verpflichtung für Stromkonzerne, ihren Kunden einen dynamischen, einen flexiblen und einen festen Tarif und einen Mix aus allem anzubieten. So soll dann jeder selbst in der Lage sein, von ganz günstigen Preisen extrem zu profitieren, Mehrkosten dann aber mittragen zu müssen oder langfristig verlässliche Stromrechnungen zu bevorzugen – und beides kombinieren zu können.