Corona in Bosnien und Herzegowina
Die überarbeiteten Totengräber von Sarajevo
Wenigstens im Leid ist der zerrissene Vielvölkerstaat geeint. In Bosnien und Herzegowina schnellt die Zahl der Corona-Toten nach oben – und kommen die Massenimpfungen wegen des fehlenden Impfstoffs kaum in Gang.
„Einfach niederschmetternd“: Desinfektion von Särgen in Sarajevos improvisierter Leichenhalle Foto: AFP/Elvis Barukcic
Zumindest der Boden der Totenacker in Sarajevo ist nach dem eiskalten März nicht mehr gefroren. Geduldig warten Dutzende von Menschen vor dem kommunalen Bestattungsunternehmen „Pokop“ in Bosniens Hauptstadt auf einen Termin zur Bestattung ihrer Angehörigen. Über einen „ungeheuren Druck“ auf seine übermüdeten Mitarbeiter klagt gegenüber den heimischen Medien seit Tagen Pokop-Direktor Goran Ceric: „Der Gesundheitssektor ist am Ende seiner Kräfte und das bekommen auch wir zu spüren: Unsere Leute arbeiten 24 Stunden am Tag.“