Brüssel
Die dunklen Seiten der guten Sachen – Nichtregierungsorganisationen und EU-Korruption
Sie haben grundsätzlich einen guten Ruf: Mitarbeiter von Nichtregierungsorganisationen gehörten auch in Brüssel zu den Personen, die das Parlament mit offenen Armen empfing. Bis eine von ihnen nun im Zentrum des Korruptionsskandals auftauchte.
Den Ruf von NGO aufs Spiel gesetzt: Pier Antonio Panzeri ist eine der zentralen Personen des Korruptionsskandals im Europaparlament Foto: AFP/Marc Dossmann
Die rue Ducale am Brüsseler Stadtpark gehört zu den am besten überwachten Vierteln in Europas Hauptstadt. Überall sind Kameras an Regierungs- und Kommissionsgebäuden installiert, vor der Einfahrt zur amerikanischen Botschaft stehen Polizisten mit schussbereiten Maschinenpistolen. Und doch hat sich genau hier jemand jeder Überwachung entzogen, der seit Dezember auch öffentlich den Ruf des Europa-Parlamentes ruiniert. Im Haus Nummer 41 ging eine der zentralen Personen des Korruptionsskandals ein und aus, hatte der italienische Sozialdemokrat Pier Antonio Panzeri seine Nichtregierungsorganisation (NGO) angemeldet. Sie erscheint nun als Spinne in einem Netzwerk, in dem Taschen und Koffer voller Geld die Besitzer wechselten.