Spanien
Die Steuertricks des ehemaligen Monarchen Juan Carlos
Spanien erwachte am Donnerstag mit der überraschenden Ankündigung seines Ex-Monarchen Juan Carlos I., dass er für jahrelang am Fiskus vorbeigeschleuste Millionengelder nun nachträglich Steuern bezahlt habe.
Im Jahr 2014 war die Welt der spanischen Königsfamilien noch in Ordnung: der damalige König Juan Carlos (l.) und sein Nachfolger Felipe Foto: AFP/Pierre-Philippe Marcou
Eine Nachricht, die einem Schuldeingeständnis des früheren königlichen Staatschefs gleichkommt, der in seinen jährlichen Weihnachtsansprachen von den Bürgern immer wieder „beispielhaftes Verhalten“ eingefordert hatte. Nur er selbst hatte es mit der Ehrlichkeit offenbar nie so genau genommen. Knapp 680.000 Euro überwies der 82-jährige König im Ruhestand jetzt an das Finanzamt. Diese Summe enthalte „Zinsen und Säumniszuschläge“, teilte Juan Carlos in einem Schreiben mit, das sein Anwalt veröffentlichte. Mit dieser Zahlung versucht Juan Carlos offenbar, das gefährlichste von drei Ermittlungsverfahren wegen Steuerbetrugs zu entschärfen. In diesem Verfahren sind, nach spanischen Medienberichten, die Beweise so klar, dass ihm die Anklagebank droht. Doch mit einer freiwilligen Nachzahlung kann ein Steuersünder in Spanien eine Anklage vermeiden – soweit die Ermittler zustimmen.