Analyse
Die Sorge vor einem Ukraine-Szenario in Bosnien
Auch 30 Jahre nach Ausbruch des Bosnienkriegs lebt die Politikerkaste des Vielvölkerstaats von bewusst geschürten Spannungen – und Kriegsängsten. Doch trotz der Moskau-Bande von Serbenführer Milorad Dodik ist das blutige Ukraine-Szenario eines erneuten Waffengangs kaum zu erwarten.
Enge Bande nach Moskau: Russlands Außenminister Sergej Lawrow mit Milorad Dodik, dem bosnischen Serbenführer im Dezember 2020 Foto: AFP/Elvis Barukcic
Aufgeregt lassen die einstigen „Hohen Repräsentanten“ der Internationalen Gemeinschaft in Bosnien und Herzegowina die Alarmglocken klingeln. „Wir fürchten, dass sich die Aggression gegen die Ukraine auf den Westbalkan ausweiten könnten“, warnten Christian Schwarz-Schilling und Valentin Inzko zu Monatsbeginn in einem dramatischen Appell an die EU und die NATO: „Niemand weiß, was Putins Ziele sind. Deshalb bitten wir Sie, alles zu tun, um Bosnien und Herzegowina zu schützen.“