Russland
„Die Seele schmerzt“: Ein Leben zwischen Repression und Verlusten
Als ihr Land am 24. Februar die Ukraine überfällt, stürzt auch die Welt vieler Russen ein. Die einen verlassen fluchtartig das Land, die anderen bleiben, trotz Repressionen. Wie leben sie mit den Verlusten?
Werbung für die russischen Truppen in Moskau Foto: AFP/Yuri Kadobnov
Das Haus ist weg. Und mit ihm auch die Nachbarn, die Nanny des Sohnes, die Bäckerei nebenan, die täglichen Rituale. Im Grunde genommen ihr gewohntes Leben. Ihr Land. Obwohl es noch da ist, immer in ihren Gedanken, in ihren Träumen, in den Nachrichten sowieso. Russland, das die Ukraine bombardiert und es triumphierend verkündet, Russland, das Tausenden Menschen ihr Leben genommen hat und es noch nehmen wird, Russland, das sich und andere zerstört. „Es ist die Hölle“, sagt Mascha Karnowitsch-Walua. Eine Hölle, durch die sie täglich gehe, auch in Slowenien, wo sie mittlerweile lebt, weil sie in ihrem geliebten Moskau nicht mehr habe atmen können. Darüber erzählt sie jede Woche in ihrem Podcast „Es gibt kein ,Richtig‘“. Mit ihrer Mitmoderatorin Xenia Krassilnikowa – auch sie lebt nicht mehr in Russland, sondern in Georgien – informiert sie seit Jahren über psychische Gesundheit, Elternschaft und Frauenrechte. „Depressives Stand-up“ nennen die Frauen ihr Format.