Westbalkan
Die Opposition wittert neue Hoffnung auf den Wechsel
Die Schlappen autoritärer Strippenzieher bei den Urnengängen in Montenegro und Bosnien sind für die Opposition in der Region ein Hoffnungsschimmer. Ihre Freude über den vermeintlichen „Balkanfrühling“ scheint zwar verfrüht. Doch in der Corona-Krise mehren sich grenzüberschreitend die Risse im Machtbeton.
Serbiens Präsident Aleksandar Vucic sitzt zu fest im Sattel, als dass er um sein Amt bangen müsste Foto: AP/Ronald Zak
Aus seinem Ingrimm über die Wahlschlappe macht der bosnische Strippenzieher Milorad Dodik keinen Hehl. Es sei „wichtig, dass wir Klartext reden“, poltert das serbische Mitglied im Staatspräsidium nach der von seiner SNSD in ihrer Hochburg Banja Luka verlorenen Bürgermeisterwahl. Der neue Bürgervater könne vorschlagen, was er wolle, aber „wir werden sehen, wer das finanziert“. Im Teilstaat der Republika Srpska gebe es auch „andere Städte, die Hilfe benötigen“, droht Dodik Bosniens zweitgrößter Stadt mit der Kürzung von Mitteln: „Wir werden alle Investitionen einstellen.“