Deutschland

Die CDU und ihr Kanzler suchen nach den Landtagswahlen den Kurs

Die CDU erlebt einen Wahl-Schock, vor allem in Mecklenburg-Vorpommern, wo sie aus dem Landtag fliegt. Am Tag danach sucht die Partei nach Antworten auf den Absturz – neben dem Kanzler geraten jetzt auch die Ministerpräsidenten ins Visier.

„Standhaftigkeit“ hat der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz am Sonntag für die kommende Zeit versprochen – doch in der CDU brodelt es

„Standhaftigkeit“ hat der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz am Sonntag für die kommende Zeit versprochen – doch in der CDU brodelt es Foto: Jens Schlueter/AFP

Außenminister Johann Wadephul hat noch Zeit für einen kleinen Scherz, als er am Morgen nach den für die Union desaströsen Wahlen im Konrad-Adenauer-Haus zur Vorstandssitzung eintrifft. „Fliegen Sie besser wieder ins Ausland“, rufen ihm Journalisten zu. „Mache ich – nach New York“, antwortet der Minister. Die für diese Woche geplante Reise hatte der Kanzler angesichts der Lage abgesagt. Wadephul übernimmt. Er grinst: „Augen auf bei der Berufswahl.“ Außenminister zu sein, kann offenbar auch ganz angenehm sein.

Weg, möglichst weit weg – vielleicht hat Friedrich Merz das in einer stillen Minute ebenfalls mal gedacht. In Berlin hat die CDU deutlich verloren, das Rote Rathaus ist wohl futsch. Noch schwerer aber wiegt das Ergebnis in Mecklenburg-Vorpommern: Dort ist die Partei aus dem Landtag geflogen. Das ist der CDU noch nie passiert. Selbst die taumelnde SPD hat die Fünf-Prozent-Hürde bislang immer genommen. Das will schon etwas heißen.

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