75. Jahrestag der Befreiung
Deutscher Bundespräsident Steinmeier nimmt an der Gedenkfeier in Auschwitz teil
Wie fast alle Politiker hat Frank-Walter Steinmeier schon viele Gedenkstätten besucht, aber in Auschwitz war er noch nie. Seine Frau Elke Büdenbender ebenfalls nicht. Bevor die internationale Gedenkfeier zum 75. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationlagers beginnt, lässt sich das Präsidentenpaar deshalb durch das Stammlager I führen. Das enge Protokoll und die Kameras lassen nicht viel Raum für Emotionen, aber als beide ihren Rundgang beendet haben, sieht man doch, dass sie geschockt sind.
Der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender durchqueren das Tor mit dem Schriftzug „Arbeit macht frei“ während der Gedenkfeier zum 75. Jahrestag der Befreiung des ehemaligen deutschen Konzentrationslagers Auschwitz Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa
Geschockt von dem Anblick des Tores, über dem „Arbeit macht frei“ steht. Von den Bergen von Haaren in Block 4. Von der Todeswand an Block 11, wo der Bundespräsident einen Kranz niederlegt. Steinmeier geht kurz zu den Journalisten: „Wir erinnern uns“, sagt er mit etwas brüchiger Stimme, „um im Hier und Jetzt vorbereitet zu sein“. Das ist die generelle Botschaft des deutschen Präsidenten in all seinen Äußerungen an diesen Tagen. „Das Böse ist noch immer vorhanden.“ Gerade in Deutschland.