Spanien
Der Tourismusriese steuert auf die 100-Millionen-Marke zu
Es gibt kühlere Reiseländer als die südeuropäische Urlaubshochburg Spanien. Wenn das Thermometer in der Millionenmetropole Madrid die 40-Grad-Marke streift, die Hitze das südspanische Andalusien im Griff hat und selbst am Mittelmeer tropische Nächte kaum noch Abkühlung bringen, müsste man eigentlich erwarten, dass Europas Urlauber allmählich nach kühleren Alternativen Ausschau halten.
In Palma de Mallorca haben viele Menschen die Nase voll vom Massentourismus und demonstrieren regelmäßig – wie hier im vergangenen Juli – für eine Beschränkung des Tourismus auf der Insel Foto: Jaime Reina/AFP
Doch das Gegenteil ist der Fall: Spanien zieht auch in diesem Jahr mehr Touristen an als je zuvor. Nach dem Ende der sommerlichen Hauptsaison zeichnet sich ab, dass die nach Frankreich zweitgrößte Tourismusnation der Welt vor einem neuen Rekord steht. Laut den bisher vorliegenden Zahlen des nationalen Statistikamtes kamen seit Jahresbeginn nahezu fünf Prozent mehr internationale Touristen ins Land als im Vorjahreszeitraum. Setzt sich diese Entwicklung in den verbleibenden Monaten fort, dürfte Spanien 2026 erstmals die symbolträchtige Marke von 100 Millionen internationalen Touristen überschreiten. 2025 waren es rund 97 Millionen gewesen.
Der Erfolg hat allerdings einen bitteren Beigeschmack. Spanien profitiert von einer Welt, die unstabiler geworden ist. Kriege und politische Spannungen haben die touristische Landkarte verändert. Spanien liegt jedoch weit entfernt von den Krisenherden und ist aus fast allen großen europäischen Städten innerhalb weniger Flugstunden erreichbar. Die Branche vermarktet das Land deshalb mit einem Argument, das im internationalen Tourismus an Wert gewonnen hat: Sicherheit.