Madrid
Das Großherzogliche Paar besucht den spanischen Königshof
Auf Einladung des spanischen Königspaars besuchen Großherzog Guillaume und seine Frau Stéphanie die spanische Hauptstadt. Der Empfang im Königspalast, mehrere Abkommen und ein dichtes Programm prägten den ersten Tag des Aufenthalts. Am Freitag geht der Besuch weiter.
Das Großherzogliche Paar ist am Donnerstag vom spanischen König Felipe VI. (M.) und Premierminister Pedro Sánchez (r.) empfangen worden Foto: Editpress/Julien Garroy
Mit militärischen Ehren sind Großherzog Guillaume und seine Frau Stéphanie am Donnerstag im Königspalast von Madrid von Spaniens König Felipe VI. und seiner Gattin Letizia empfangen worden. Der Besuch des großherzoglichen Paares erfolgt auf Einladung des spanischen Königspaars und steht im Zeichen der politischen, wirtschaftlichen und historischen Beziehungen zwischen Luxemburg und Spanien.
Der Tag begann früh am Flughafen in Luxemburg-Findel: Um 8.05 Uhr startete eine A321LR der deutschen Luftwaffe in Richtung Madrid. An Bord befanden sich unter anderem Außenminister Xavier Bettel (DP) und Finanzminister Gilles Roth (CSV). Wirtschaftsminister Lex Delles (DP) reiste parallel aus Berlin an und stieß später zur Delegation.
Vor dem Abflug
Im „Salon d‘honneur“ wurden vor dem Abflug die Mitglieder der Delegation vorgestellt. Dabei kam es zu einem kurzen, menschlichen Moment in einem sonst eher strikt getakteten Tagesablauf: Als die Vorstellung zügig voranging, wandte sich Großherzog Guillaume an Außenminister Bettel mit den Worten: „Das geht zu schnell.“ Bettel wiederholte daraufhin einige Namen und ging die Reihe langsamer entlang.
Der rund zweistündige Flug verlief nicht ganz ruhig. Immer wieder geriet die Maschine in Turbulenzen. Dennoch landete sie planmäßig um 10.05 Uhr in der spanischen Hauptstadt. Von dort ging es mit Eskorte zunächst in Richtung Innenstadt, bevor die Delegation weiter zum Königspalast fuhr.
Empfang vor dem „Palacio Real“
Vor dem „Palacio Real“ hatten sich zahlreiche Schaulustige versammelt. Bei sonnigem Wetter und gefühlten 20 Grad standen Militärformationen und -musik sowie Reiterstaffeln bereit. Gegen 13 Uhr trafen König Felipe VI. und Königin Letizia ein, um das großherzogliche Paar offiziell zu begrüßen. Auffällig: Beide Gattinnen erschienen zur Zeremonie in Grün – bekanntlich die Farbe der Hoffnung.
Beim anschließenden Mittagessen im Königspalast verwies Felipe VI. auf die historischen Verbindungen zwischen beiden Ländern. Spanien und Luxemburg teilten „Geschichte, Kultur und eine gemeinsame Vision von Europa“, sagte der König.
Gemeinsame Geschichte und heutige Beziehungen
Auch Großherzog Guillaume erinnerte an diese gemeinsamen Wurzeln. „Seit mehr als 500 Jahren gehen Spanien und Luxemburg diesen Weg gemeinsam“, erklärte er. Spuren dieser Geschichte seien in Luxemburg bis heute sichtbar, etwa in der Architektur der Hauptstadt oder in den sogenannten „spanischen Türmchen“ der ehemaligen Festungsanlagen.
Zugleich hob der Großherzog die heutigen Beziehungen hervor. Fast 10.000 spanische Staatsbürger leben inzwischen in Luxemburg – doppelt so viele wie noch vor zehn Jahren. Viele von ihnen arbeiten in europäischen Institutionen, im Finanzsektor oder in innovativen Unternehmen.
Abkommen für eine engere Zusammenarbeit
Im Rahmen des Besuchs wurden drei Absichtserklärungen, sogenannte „Memorandums of Understanding“ (MoU), zwischen Luxemburg und Spanien unterzeichnet. Eine Vereinbarung betrifft die Zusammenarbeit bei erneuerbaren Energien, insbesondere bei der Produktion und Nutzung von grünem Wasserstoff sowie erneuerbarem Strom. Ziel ist es, Möglichkeiten für Energieexporte aus Spanien nach ganz Europa zu prüfen.
Ein weiteres MoU sieht eine verstärkte Zusammenarbeit im Raumfahrtsektor vor, etwa in den Bereichen Satellitenkommunikation, Erdbeobachtung und Navigation. Die dritte Vereinbarung soll die politische Beratung beider Länder verbessern, etwa in Wirtschafts-, Finanz- und außenpolitischen Missionen.
Empfang und Rückreise des Außenministers
Am Abend ist ein Empfang im Hotel Mandarin Oriental Ritz vorgesehen, der in der „Salle de réception royale“ stattfinden soll. Zuvor wurde eine kurze Pressekonferenz von den Ministern Bettel, Delles und Roth einberufen.
Außenminister Xavier Bettel nahm nicht am abendlichen Empfang teil: Er verließ Madrid bereits zuvor, um wegen der aktuellen außenpolitischen Lage nach Luxemburg zurückzukehren. Am Nachmittag waren Luxemburgerinnen und Luxemburger aus dem Nahen Osten ins Großherzogtum ausgeflogen worden. Spanien vertritt in dem Konflikt eine klare Position: Premierminister Pedro Sánchez verdeutlichte am Mittwoch öffentlich ein „Nein zum Krieg“. Luxemburg hält sich dahingegen bedeckt, auch am Donnerstagabend bezog Bettel keine deutliche Stellung.
Der großherzogliche Besuch wird am Freitag fortgesetzt: Auf dem Programm steht ein Besuch an der IE University in Madrid, wo ein Austausch mit Studentinnen und Studenten vorgesehen ist.