Debakel bei Landtagswahl
Das Erdbeben von Sachsen-Anhalt erschüttert die deutsche Regierung
Der Wahlabend in Sachsen-Anhalt ist für die Berliner Koalition aus Union und SPD ein Debakel. Die Personalquerelen dürften nun wieder an Fahrt gewinnen – wie angezählt sind Friedrich Merz, Bärbel Bas und Lars Klingbeil?
Angezählt? Bundeskanzler Friedrich Merz kassiert in Sachsen-Anhalt eine Wahlschlappe. Foto: Michael Kappeler/dpa
Draußen könnte man den Eindruck gewinnen, die CDU sei bereits eine Wahl weiter. Augen zu und durch. Auf einem 320 Quadratmeter großen Riesenplakat am Konrad-Adenauer-Haus wirbt Stefan Evers, Spitzenkandidat für die Berliner Abgeordnetenhauswahl am 20. September, mit dem Slogan für sich: „Ich bin konservativ. Und das ist auch gut so.“ Man wird sehen. Erst recht nach dem Erdbeben von Magdeburg.
Drinnen hat Parteichef und Bundeskanzler Friedrich Merz schon ab Sonntagnachmittag enge Vertraute um sich versammelt, um Prognosen und Hochrechnungen der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt zu beraten und zu analysieren. Auch die immense Stärke der AfD und ihr Kratzen an der absoluten Mehrheit der Sitze. In einem Besprechungsraum der Parteizentrale starrt man gebannt und entsetzt auf den Bildschirm. Die Union – laut Prognose um 18 Uhr klar unter 20 Prozent. Ein Desaster. Auch für Friedrich Merz.