Analyse
Bundestagswahl: Mitte rückt nach rechts
Die CDU/CSU hat die deutsche Bundestagswahl gewonnen, doch die in Teilen rechtsextreme AfD wird zweitstärkste Partei. Derweil wurden die Parteien der einstigen Ampelkoalition abgestraft. Ein genauerer Blick auf die Ergebnisse.
„Wir sind jetzt die politische Mitte“? Die AfD-Parteichefs Tino Chrupalla und Alice Weidel am Montag nach der Wahl in der Bundespressekonferenz. Doch mit der in Teilen rechtsextremen Partei will niemand eine Koalition bilden. Foto: Tobias Schwarz / AFP
Es hat schon einige schwarze Stunden in der Geschichte der deutschen Sozialdemokratie gegeben. Die jüngste schlug am Sonntagabend. Die SPD unter Bundeskanzler Olaf Scholz hat bei der Bundestagswahl mit 16,4 Prozent der Zweitstimmen ihr historisch schlechtestes Wahlresultat auf Bundesebene eingefahren – bei der letzten Wahl im Oktober 2021 war sie noch stärkste Partei. Ein desaströses Ergebnis. Dagegen ist die CDU/CSU Wahlsieger, obwohl sie, nach dem Debakel von 2021, mit 28,5 Prozent ihr zweitschlechtestes Ergebnis erreichte (nach 25,1% im Jahr 2021) – ihr Ziel war es, über 30 Prozent zu kommen. Während die SPD 9,3 Prozentpunkte einbüßte, steigerte sich die Union um 4,4 Prozent. Damit wird sie mit ihrem Spitzenkandidaten Friedrich Merz künftig den Kanzler stellen. Als Koalitionspartner bleibt ihr genau eine Option: die SPD.