Vergewaltigungsprozess in Avignon
Bürgermeister löst Kritik mit abschätzigem Kommentar aus
Der Bürgermeister von Mazan sorgt mit einer verharmlosenden Äußerung im Zusammenhang mit der etwa 200-fachen Vergewaltigung von Gisèle Pelicot für Empörung.
Demonstrierende zeigen Plakate, darunter eines mit der Aufschrift „Mama, ich habe Angst auf der Straße“, während eine andere Teilnehmerin der Demonstration eine französische Flagge schwenkt Foto: Ian Langsdon/AFP/dpa
Am Rande des Aufsehen erregenden Vergewaltigungsprozesses in Avignon hat sich ein französischer Bürgermeister mit einer verharmlosenden Bemerkung heftige Kritik eingehandelt. „Es hätte schlimmer sein können. Es waren keine Kinder beteiligt, (...) niemand wurde getötet“, hatte der 74 Jahre alte Louis Bonnet dem britischen Sender BBC gesagt. Der Bürgermeister von Mazan, dem Wohnort des Hauptangeklagten, bezog sich damit auf die etwa 200-fache Vergewaltigung von Gisèle Pelicot, die von ihrem damaligen Ehemann mit Schlafmitteln bewusstlos gemacht und dann auch von dutzenden fremden Männern vergewaltigt worden war.