Nordirland vor Turbulenzen
Bei der Wahl am Donnerstag dürfte erstmals eine irisch-nationalistische Partei vorn liegen
Bei der Wahl am Donnerstag dürfte erstmals eine irisch-nationalistische Partei vorn liegen. Das macht die Befriedung der britischen Provinz nicht leichter
Mit Michelle O’Neill (2.v.r.) will Sinn Féin erstmals Platz eins erreichen Foto: AFP/Paul Faith
Nach der Wahl ist vor der Wahl. Nirgendwo gilt dieser Merksatz eindeutiger als in Nordirland, wo an diesem Donnerstag das Regionalparlament neu zusammengesetzt wird. Seit der Spaltung der grünen Insel in die Republik und den britischen Nordosten vor 101 Jahren stehen die Politiker vor schier unüberbrückbaren Gegensätzen: die machtgewohnte protestantische Mehrheit und die lange unterdrückte katholische Minderheit; Königs-treue, nach London schauende Unionisten und irische, nach Dublin orientierte Republikaner; die aufs offene Meer blickende Industriestadt Belfast und der tief konservative ländliche Raum.