Antisemitismus
Beate und Serge Klarsfeld jagen seit mehr als einem halben Jahrhundert Naziverbrecher
Beate und Serge Klarsfeld stehen für die lückenlose Aufdeckung von NS-Verbrechen, für die unermüdliche Suche nach den Tätern und für den Kampf um Aufklärung im Dienst der Gerechtigkeit. Diese Woche war das berühmte Ehepaar zu Besuch in Luxemburg.
Beate und Serge Klarsfeld in der Abtei Neumünster Foto: Editpress/Tania Feller
Es schien denkbar einfach. Der Name des Mannes, den Beate und Serge Klarsfeld jahrelang gesucht hatten, stand mit Rufnummer und Adresse im Kölner Telefonbuch. Kurt Lischka arbeitete als leitender Angestellter eines Getreidegroßhändlers in der Domstadt. Als Serge Klarsfeld dies erzählt, wirkt es fast beiläufig und einfach, was er zusammen mit seiner Frau Beate jahrelang unternommen hat und für was er berühmt geworden ist: die Jagd auf die alten Schergen des Nazi-Regimes. So lebte etwa Kurt Lischka jahrelang unbehelligt in der alten Bundesrepublik. Im Dritten Reich hatte der Jurist als Gestapo-Referatsleiter für Judenangelegenheiten und als hochrangiger Gestapo-Beamter in Paris die Deportation Zehntausender Juden in Vernichtungslager wie Auschwitz organisiert. Als die Klarsfelds ihn 1971 aufspürten, war er schon 62 Jahre alt, 1975 ging er in Rente.