Iran
Ayatollah Ali Chamenei: In Krisenzeiten stets ein Hardliner
Drei Jahrzehnte lang ist er schon geistliches Oberhaupt der Islamischen Republik Iran. Ayatollah Ali Chamenei hat reformorientierte und ultrakonservative Phasen erlebt. Doch wann immer es in Krisenzeiten zum Schwur kommt, hat sich der Nachfolger von Revolutionsführer Ayatollah Khomeini für die harte Linie entschieden. Das trifft mit Blick auf Menschen- und Bürgerrechte ebenso zu wie in der Außenpolitik. Regierungskritische Demonstranten werden niedergeknüppelt, eingesperrt, wenn nicht erschossen, die USA und Israel werden als „satanische“ Mächte verflucht.
Ajatollah Ali Chamenei, Irans oberster Führer, sitzt bei einem Treffen mit Irans Präsidenten Ruhani und dem Emir von Katar. Foto: DPA
In diesen Tagen erhöhter Eskalationsstufe zwischen dem Iran und den USA ist es ungewöhnlich, wenn sich die iranische Führung aus dem Inneren Protest gefallen lassen muss. Tausende Demonstranten ziehen durch die Straßen, weil sie über den Abschuss eines ukrainischen Passagierflugzeugs durch die iranischen Revolutionsgarden entsetzt sind. "Entschuldigt Euch! Tretet zurück!", forderte das reformorientierte Blatt "Etemad". Und die Revolutionsgarden unterstehen nicht etwa dem Präsidenten oder dem Parlament, sondern direkt Chamenei.