Frau aus Luxemburg erzählt
Aufgeben oder hoffen? So gehen die Menschen in Beirut mit den Folgen der Explosion um
171 Menschen sterben, mehr als 6.000 werden verletzt. Mandy Esta, die sowohl in Luxemburg als auch in Beirut lebt, war zu Hause, als die Druckwelle Autos, Häuser und ganze Leben zerstörte. Sie berichtet, wie die Libanesen neun Tage nach der Katastrophe mit der Situation umgehen.
In Beirut laufen derzeit die Aufräumarbeiten nach der großen Explosion im städtischen Hafen Foto: Michel Elsa
Müde, ängstlich, besorgt, wütend. Das sind die Begriffe, die Mandy Esta einfallen, wenn man sie fragt, wie es den Menschen in Beirut gerade geht. „Wir haben aufgehört, die Toten und Verletzten zu zählen“, sagt sie. Am 4. August hat eine Explosion im Hafen große Teile der libanesischen Hauptstadt zerstört. Esta wohnt mit ihrer Familie im Beiruter Stadtbezirk Achrafieh, rund anderthalb Kilometer vom Hafen entfernt. Vor der Corona-Krise lebte sie jobbedingt teils in Beirut und teils in Luxemburg. „Ich bin immer noch überwältigt von dem, was hier passiert ist“, sagt die 50-Jährige am Donnerstag gegenüber dem Tageblatt. Dann muss sie sich erst einmal einen kurzen Moment sammeln und schluckt. „Wir sind durch die Hölle gegangen.“