Deutschland
Auf der Suche nach Gerät, Ersatzteilen und Munition für die Bundeswehr
Boris Pistorius hat aktuell den schwersten Ministerjob im Bundeskabinett. Jetzt sucht sich der neue Verteidigungsminister seine Puzzle-Teile für eine abwehr- und einsatzbereite Armee zusammen. Es fehlt der Truppe an vielen Ecken Gerät, Ersatzteile und Munition. Jetzt soll ein Gipfel mit der Rüstungsindustrie neues Tempo beim Nachschub bringen.
Der neue deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius besucht das 122. Bataillon der Panzergrenadiere Foto: AFP/Ronny Hartmann
Boris Pistorius fährt in diesen Wochen noch zum Wäschewechseln nach Hause nach Osnabrück. Einmal kurz verschnaufen, die Kinder sehen, auch die Enkelkinder in den wenigen freien Stunden, die er noch hat. Dann muss sich der neue Inhaber der Befehls- und Kommandogewalt wieder um die Großbaustelle Bundeswehr kümmern, die er vor elf Tagen übernommen hat. Lange habe er nicht überlegen müssen, ob er diesen Job, der aktuell der vermutlich schwierigste Ministerposten im Bundeskabinett ist, annehmen wolle. Wenn er vielleicht doch habe nachdenken müssen, „dann nur kurz aus Demut und Respekt vor der Aufgabe“, sagte er nun in seinem ersten großen Interview als Verteidigungsminister der Süddeutschen Zeitung. Er fügt noch hinzu: „Aber ich habe im selben Augenblick gedacht, wenn Olaf Scholz mir das zutraut in dieser Situation, dann muss er gute Gründe haben.“ Scholz und Pistorius seien sich jedenfalls schnell einig geworden. Das Telefonat zwischen den beiden habe nur wenige Minuten gedauert.