Deutschland

Antidiskriminierungsstelle des Bundes verzeichnet mehr Anfragen wegen Rassismus

Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes verzeichnete 2019 einen deutlichen Anstieg der Beratungsanfragen. Insbesondere im Bereich Rassismus. Deutschland müsse mehr für die Gleichbehandlung tun, forderte der kommissarische Leiter der Bundesbehörde, Bernhard Franke, bei der Vorstellung des aktuellen Jahresberichts am Dienstag in Berlin.

Der kommissarische Leiter der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, Bernhard Franke, stellt den Jahresbericht 2019 vor

Der kommissarische Leiter der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, Bernhard Franke, stellt den Jahresbericht 2019 vor Foto: dpa/Kay Nietfeld

Einer Altenpflegerin wurde wegen ihrer Hautfarbe gekündigt. Ein Syrer bekam bei der Wohnungssuche zu hören, „Kanaken“ seien hier unerwünscht. Und in einer Schule musste ein Kind wegen seiner ethnischen Herkunft Beleidigungen eines Mitschülers ertragen, aber das Lehrpersonal ignorierte den Vorfall. Nur drei Fälle von insgesamt 3.580 im vergangenen Jahr, die der Antidiskriminierungsstelle des Bundes von Betroffenen berichtet wurden. Die Zahl der Beratungsanfragen ist damit gegenüber 2019 um 3,6 Prozent gestiegen. Besonders drastisch fiel der Zuwachs bei rassistisch motivierten Vorfällen aus (plus zehn Prozent). Mittlerweile bezieht sich ein Drittel aller Anfragen allein auf diesen Bereich.

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