Landwirtschaft
Angst vor den Gauchos? Luxemburgs Bauern betrachten Mercosur-Abkommen skeptisch
Es geht ein Gespenst um in Europa: der Mercado Común del Sur (Mercosur). Zumindest warnen die Landwirte vor den möglichen negativen Auswirkungen der Freihandelszone der Europäischen Union mit den Staaten des südamerikanischen Wirtschaftsbündnisses.
Die Gauchos sind nicht nur gut zu Pferde, hier in San Antonio de Areco, sondern wollen Europa mit Rindfleisch beliefern Foto: AFP/Luis Robayo
Christian Wester brachte es noch einmal vor Journalisten zum Ausdruck, wo seiner Zunft schon seit einiger Zeit der Schuh drückt, wenn es um das Freihandelsabkommen zwischen der EU und den vier Staaten des Mercosur geht (Venezuela ist seit 2017 suspendiert). „Wir waren von Anfang an skeptisch und meinen, dass es nicht das Gelbe vom Ei ist, wie es die Politik uns verkauft“, sagte der Präsident der Bauernzentrale. Es sind eher hoch konzentrierte Eiweißfuttermittel, größtenteils aus Sojaschrot bestehend, die zu 50 bis 60 Prozent aus Ländern wie Brasilien importiert werden. Doch das ist nicht das Problem, denn die Zölle liegen hierbei laut Bauernzentrale bereits unter zehn Prozent. Auch wenn die genannten Länder in den vergangenen Jahrzehnten ihre Sojaanbauflächen zum Schaden der Menschen und der Natur um ein Vielfaches ausgebaut haben – eine Sojaflut aus Südamerika ist nicht zu befürchten. Vielmehr geht es um die „Auswirkungen aufs Rindfleisch“, betonte Wester. „Da gibt es eine Reihe von Unklarheiten.“