Deutschland
Analyse: Merz wagt mit Kabinettsumbildung den Befreiungsschlag
Kanzler Merz nutzt den Rücktritt von Fraktionschef Spahn für eine weitreichende Umbildung seines Kabinetts. Schwachstellen sollen beseitigt, Frauen gestärkt werden. Ob der Neustart vor den Herbstwahlen reicht, ist offen. Wie es zu der Neuaufstellung kam. Eine Rekonstruktion.
Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz (2.v.r.) hat einige Personalwechsel vorgenommen, an denen Philipp Amthor (l.), Nina Warken und Carsten Linnemann (r.) beteiligt sind Foto: Tobias Schwarz/AFP
Friedrich Merz hatte sich für die Sommerpause etwas vorgenommen, was nur sehr wenige wussten: Der Kanzler wollte über das Personal nachdenken, die Weichen für einen Aufbruch seiner Regierung im Herbst stellen. Nach den Reformen aus der Koalition sollte ein weiteres Signal des Neuanfangs kommen. Und der Kanzler war im ersten Regierungsjahr durchaus nicht glücklich mit der Leistung einiger in seinem Umfeld, auch in seinem Kabinett.
Doch dann kam es anders. Der Rücktritt von Unionsfraktionschef Jens Spahn, der über eine Leihmutterschaft in den USA stolperte, kam überraschend, bot Merz nun aber die Chance, schnell und umfassend durchzugreifen.