Bulgarien
Amtsinhaberin Ilijana Jotowa zieht als Favoritin in die Präsidentschaftswahlen
27 Kandidaten mit einer haushohen Favoritin: Mit einem klaren Umfragevorsprung zieht Bulgariens Staatschefin Ilijana Jotowa am Sonntag in die von Drohnenattacken überschatteten Präsidentschaftswahlen. Dennoch wird die russophile Amtsinhaberin vermutlich in die Stichwahl gehen müssen.
Ein Mann steht vor einem Wahlplakat für die Präsidentschaftswahlen der Amtsinhaberin Ilijana Jotowa in Sofia Foto: Nikolay Doychinov/AFP
Proteste läuteten in Bulgarien das Wahlkampffinale ein. Den sofortigen Abtritt der Amtsträgerin forderten die Demonstranten, die am vergangenen Wochenende vor dem Präsidentensitz gegen Sofias laue Reaktion auf die vermehrten Drohnenangriffe auf zivile Frachtschiffe vor Bulgariens Schwarzmeerküste protestierten. Wie Bulgariens russophiler Premier Rumen Radew mache sich auch Präsidentin Ilijana Jotowa mit ihrer „rückgratlosen Haltung“ lächerlich, so die Protestorganisatoren: „Ganz Europa weiß, dass dies russische Attacken waren. Nur unsere Präsidentin gibt vor, das nicht zu wissen.“
Der Ukrainekrieg überschattet auch Bulgariens ansonsten eher matten Stimmenstreit. Nicht weniger als 27 Kandidaten samt nominierten Stellvertretern treten am Sonntag bei den Präsidentschaftswahlen an. Das Hauptmotiv der meisten Kandidatenpaare sei „olympisch“, spottet das Webportal „e-vestnik.bg“: „Die Teilnahme ist wichtig, nicht der Sieg.“