Belgien

Als Kinder den Müttern entzogen: Frauen verklagen Staat wegen Kolonialverbrechen

Fünf Frauen aus der früheren Kolonie Belgisch-Kongo verlangen vom belgischen Staat Entschädigung wegen „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“. Am Montag begann in Brüssel das Berufungsverfahren, wie ein AFP-Reporter berichtete. Als Kleinkinder waren die heute über 70-jährigen Frauen in Belgisch-Kongo ihren schwarzen Müttern entzogen und in katholischen Heimen untergebracht worden. Alle haben weiße Väter.

Unter dem belgischen König Leopold II. wurde das Land zur Kolonialmacht. Statuen von ihm werden immer wieder während Protestaktionen Opfer von Vandalismus.

Unter dem belgischen König Leopold II. wurde das Land zur Kolonialmacht. Statuen von ihm werden immer wieder während Protestaktionen Opfer von Vandalismus. Foto: AFP

Bei den Klägerinnen handelt es sich um Léa, Monique, Noëlle, Simone und Marie-José, die vor Gericht nur mit ihren Vornamen auftreten. Die Anwälte der fünf Frauen machen Belgien für eine „vom Kolonialstaat eingeführte Politik der Rassentrennung und der Entführungen“ verantwortlich. Kindern aus gemischten Familien sei gezielt ihre Identität geraubt worden, argumentieren die Rechtsvertreter.

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