Absturz im Jahr 2009
Airbus und Air France vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung freigesprochen
Knapp 14 Jahre nach dem Flugzeugabsturz mit 228 Toten zwischen Rio und Paris hat ein Gericht Air France und Airbus vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung freigesprochen. Die Unternehmen hätten beide „Fehler“ begangen, aber es sei „kein direkter Kausalzusammenhang mit dem Absturz“ belegbar, sagte die Vorsitzende Richterin Sylvie Daunis gestern in Paris.
Ein Teil des A330 wurde im Juni 2009 von der brasilianischen Marine geborgen Foto: Handout/Brazilian Navy/AFP
Beim Verlesen des Urteils ging ein enttäuschtes Raunen durch den vollbesetzten Gerichtssaal. Eine Frau, deren Schwester bei dem Unglück ums Leben gekommen war, brach in Tränen aus. Der Münchner Bernd Gans, der seine damals 31 Jahre alte Tochter Ines verloren hatte, war nicht zur Urteilsverkündung angereist. Er zeigte sich wenig überrascht von dem Freispruch. „Das war leider abzusehen gewesen“, sagte er am Telefon. Die Anwälte der Unternehmen hätten alles getan, „um die Vorwürfe kleinzureden“. „Es war ein Kampf Davids gegen zwei Goliaths“, sagte er mit Blick auf die beiden Luftfahrtunternehmen, an denen der Staat Anteile besitzt.