London
Afghanistan-Politik der britischen Regierung wird heftig kritisiert
Europa und die USA müssten sich nach der Demütigung des Westens auf eine Flüchtlingswelle gefasst machen, wie man sie nach der kommunistischen Machtübernahme Vietnams 1975 erlebt habe, sagt der frühere Entwicklungshilfeminister Rory Stewart voraus.
Sie sollen es jetzt richten: Britische Soldaten der 16 Air Assault Brigade treffen zur Assistenz der Operation Pitting in Kabul ein Foto: Leading Hand Ben Shread/Mod/Crow/PA Media/dpa
Dem Druck der Labour-Opposition folgend hat die britische Regierung für Mittwoch eine Sondersitzung des Unterhauses zur Lage in Afghanistan anberaumt. Offenbar gibt es im Kabinett des konservativen Premierministers Boris Johnson Differenzen über die Haltung Großbritanniens, die dem Kurs von US-Präsident Joe Biden folgt, sich aber gleichzeitig von der Rückzugsentscheidung distanziert. Innerparteiliche Kritiker richteten ihr Feuer auf die Downing Street: Dass auch die größte Militärmacht Europas ihre Truppen zurückgezogen habe, stelle „das schwerste Versagen britischer Außenpolitik“ seit mehr als 60 Jahren dar, sagte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Unterhaus, Tom Tugendhat.