Italien

4.744 Jahre Haft gegen ’Ndrangheta-Mitglieder gefordert

Am Montag ging einer der spektakulärsten Prozesse gegen das organisierte Verbrechen zu Ende. In Lamezia Terme wurde seit drei Jahren gegen die ’Ndrangheta verhandelt. Die Staatsanwaltschaft hatte für 322 der insgesamt 338 Angeklagten zusammengenommen 4.744 Jahre Haft gefordert. Unter den prominenten Verurteilten war auch Giancarlo Pittelli, der für die Forza Italia als Senator im Oberhaus des Parlaments saß und gute Beziehungen zu Regierungschefin Giorgia Meloni pflegte.

Anwälte warten in Lamezia Terme auf die Urteilsverkündung in einem der größten Prozesse der letzten Jahrzehnte gegen die organisierte Kriminalität in Italien

Anwälte warten in Lamezia Terme auf die Urteilsverkündung in einem der größten Prozesse der letzten Jahrzehnte gegen die organisierte Kriminalität in Italien Foto: AFP/Gianluca Chininea

Die Journalistenplätze im eigens für den Maxiprozess gegen Angehörige der ’Ndrangheta erbauten Bunker von Lamezia Terme waren bis auf den letzten Platz gefüllt. Mit Spannung wurden die Urteile gegen die Bosse des Mancuso-Clans von Vibo Valentina und dessen Hintermänner erwartet. Akribisch hatte der bereits zur Legende gewordene Anti-Mafia-Staatsanwalt Nicola Gratteri gegen die insgesamt 338 Angeklagten ermittelt, von denen ein Gros seit vier Jahren in Untersuchungshaft sitzt. Drei Jahre lang wurde nahezu Tag für Tag im „Bunker“ verhandelt, bis es nun zur Urteilsverkündung kam.

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