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30 Jahre nach dem Zerfall Jugoslawiens hat sich der Umgang der Ex-Brudervölker etwas entspannt
Drei Jahrzehnte nach dem Zerfall Jugoslawiens belasten die Kriege zwar immer noch die politischen Beziehungen der sieben Nachfolgestaaten. Doch obwohl sich die Berührungsflächen im Alltag verringert haben, bleiben sich die Ex-Brudervölker der „Jugosphäre“ nicht nur wirtschaftlich durchaus verbunden.
Die „Tito“-Nostalgiker gibt es immer noch, doch vor allem in Kultur und Wissenschaft floriert die sogenannte „Jugosphäre“ Foto: AFP/Oliver Bunic
Mit Tränen in den Augen rang der erfahrene Diplomat angesichts der unerwarteten Solidaritätskundgebung vor seinem Amtssitz im serbischen Belgrad um seine Fassung. Er wolle sich für die angebotene Unterstützung „von Herzen“ bedanken, versicherte Kroatiens Botschafter Hidajet Biscevic Ende Dezember den Serben, die ihm nicht nur in hunderten von Mails, sondern auch persönlich Hilfe für die Erdbebenopfer in seinem Heimatland angeboten hatten: „Es ist schwer mit Worten zu beschreiben, wie viel das bedeutet.“