Sonntag30. November 2025

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Kein Haftbefehl: zunächst Verdächtiger wieder frei

Kein Haftbefehl: zunächst Verdächtiger wieder frei
(AP/Markus Schreiber)

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Der nach dem Anschlag in Berlin am Montagabend festgenommene Verdächtige ist wieder freigelassen worden. "Die bisherigen Ermittlungsergebnisse ergaben keinen dringenden Tatverdacht gegen den Beschuldigten", teilte der Generalbundesanwalt am Dienstagabend in Karlsruhe mit.

Der Pakistaner war nach dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche mit insgesamt zwölf Toten kurz nach der Tat aufgrund von Augenzeugenberichten festgenommen worden. Er wurde verdächtigt, der Fahrer des Lkw zu sein, der von dem Täter in den Weihnachtsmarkt gesteuert wurde.

„Die durchgeführten kriminaltechnischen Untersuchungen konnten eine Anwesenheit des Beschuldigten während des Tatgeschehens im Führerhaus des LKW bislang nicht belegen“, teilte der Generalbundesanwalt mit. Der zwischenzeitlich festgenommene Mann habe in einer polizeilichen Vernehmung „umfangreiche Angaben“ gemacht, eine Tatbeteiligung jedoch bestritten.

Keine „lückenlose Verfolgung“

Der Generalbundesanwalt wies zudem darauf hin, dass es keine „lückenlose Verfolgung“ des Lkw-Fahrers nach dem Anschlag durch Augenzeugen gegeben habe.

Der Mann, der den Anschlag verübt hat, dürfte somit noch auf freiem Fuß sein. Er war am Montagabend mit einem vermutlich entführten Lastwagen in den Weihnachtsmarkt nahe der Gedächtniskirche im Herzen Berlins gerast. Zwölf Menschen starben, rund 50 wurden – oft lebensgefährlich – verletzt. Danach wurde ein 23 Jahre alter Mann festgenommen, der aus Pakistan kommen soll.

Die Ermittler hatten schon am frühen Nachmittag Zweifel daran geäußert, dass es sich bei dem Festgenommenen tatsächlich um den Täter handelt. „Es ist in der Tat unsicher, dass es der Fahrer war“, hatte Berlins Polizeipräsident Klaus Kandt auf einer Pressekonferenz gesagt. Auch sei unklar, ob es eventuell mehrere Täter gebe.

24 Verletzte aus Krankenhaus entlassen, 14 noch in Lebensgefahr

Auf dem Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche nahe des Kurfürstendamms waren am Montag elf Menschen getötet und 45 weitere zum Teil schwer verletzt worden, als ein Lkw in die Menge raste. Außerdem wurde ein Pole tot in dem Fahrzeug gefunden. Bei ihm soll es sich um den ursprünglichen Fahrer des Lastwagens handeln. Er wurde erschossen, sein Fahrzeug anscheinend gestohlen. 24 der Verletzten wurden am Dienstag aus dem Krankenhaus entlassen. Nach Angaben des deutschen Bundesinnenministers Thomas de Maizière würden noch 14 Schwerverletzte in Lebensgefahr schweben.

Die Generalbundesanwaltschaft hatte noch in der Nacht die Ermittlungen übernommen. „Wir gehen derzeit von einem Anschlagsgeschehen mit terroristischem Hintergrund aus“, sagte Frank. Ein Bekennervideo gebe es allerdings nicht. Auf einen islamistischen Hintergrund der Tat wollten sich die Ermittler ebenfalls nicht festlegen.