In der Tageblatt-Ausgabe vom 11. Juli hatte sich der ehemalige LSAP-Minister Robert Goebbels kritisch zum CSV-Spitzenkandidaten Claude Wiseler geäußert. Dieser sei nicht fähig aus dem Schatten des einstigen Premierministers Jean-Claude Juncker zu treten, da es ihm an “politischem Ehrgeiz, Flair und Durchsetzungsvermögen” fehle. Zudem sei nicht ersichtlich, für welchen politischen Inhalt der Fraktionschef der CSV stehe. Wiseler sei nicht als “Macher”, sondern als “Zauderer” aufgefallen. Die Bevölkerung wartet nun laut Goebbels auf “die konkreten Rezepte der CSV und ihres neuen „lider maximo“”.

“Sozialistische Casting-Show”

Der Präsident der größten Oppositionspartei hat jetzt via Facebook reagiert. Marc Spautz wirft Goebbels vor “sämtliche Klischees aufzuwärmen”. Der ehemalige Generalsekretär der LSAP sei besser beraten, “die Interna” der Regierungspartei zu analysieren. Dort sei viel zu analysieren: von einem “amtsmüden und demotivierten Arbeitsminister”, über “eine sozialistische Casting-Show um den Nachfolger zu finden” bis hin zu einer “völligen Orientierungslosigkeit in den eigenen Reihen”.

“Gehen voller Zuversicht in die Wahlen”

Zudem entferne sich die LSAP von ihren Wurzeln, da man “in Europa mit der Lupe nach einer sozialistischen, bzw. sozialdemokratischen Partei suchen muss, die ohne mit der Wimper zu zucken einer Mehrwertsteuererhöhung, einer Zusatzsteuer, der Abschaffung von Familienzulagen und einer Kindergeldkürzung für kinderreiche Familien zustimmt”, so Spautz. Der Parteipräsident bilanziert, dass “die LSAP 4.0 ihren sozialen Markenkern verloren hat”. Im Gegensatz zur LSAP stehe die CSV zu ihren Überzeugungen und zeige Kante.

Letztlich spricht Spautz von einer “gelungenen organisatorischen und inhaltlichen Neuausrichtung” der CSV. Seine Partei gehe “voller Zuversicht die kommenden Herausforderungen an und ebenso die Wahlen, die sich am Horizont abzeichnen.”

Tageblatt.lu