Der Korruptionsskandal in Österreich überrascht Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn nicht. Er wundert sich nur, dass die Koalition so lange gehalten hat, und meint, dass Parteien wie die FPÖ alle “Dreck am Stecken” haben. 

Neuwahlen in Österreich: Ein heimlich gefilmtes Video bringt die Alpenrepublik ins Wanken – aber Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn (LSAP) haut diese Nachricht nicht “vom Hocker”. Er wundere sich eher, dass die Koalition zwischen den Christkonservativen der ÖVP und den Rechtsnationalisten der FPÖ so lange gehalten habe. Parteien wie die FPÖ hätten eine politische Denkweise, von der Asselborn dachte, dass sie nicht mehr möglich sei. “Ich hoffe, die Menschen haben mitbekommen, wie diese Parteien vorgehen.” Korruption sei an der Tagesordnung. “Alle diese Parteien haben Dreck am Stecken.”

In Österreich ist es Ende der vergangenen Woche zum Eklat gekommen: Am Freitag wurde ein Video veröffentlicht, in dem der rechtsnationale Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) in einer Villa auf Ibiza zu sehen ist. Gemeinsam mit seinem Partei-Kollegen Johann “Joschi” Gudenus bietet er einer vermeintlichen russischen Oligarchin Staatsaufträge an. Im Gegenzug solle sie die auflagenstärkste Zeitung Österreichs – Die Krone – kaufen und auf FPÖ-Linie bringen. Das Treffen fand im August 2017, kurz vor den Parlamentswahlen statt. Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP), dessen Partei mit der FPÖ die Regierungskoalition stellt, hat am Samstagabend Neuwahlen angekündigt.

“Eine Chance für die EU-Wahlen”

Jean Asselborn spart auch nicht mit Kritik an ÖVP-Kanzler Kurz: “Wer eine solche Koalition eingeht, der trägt Mitverantwortung.” Die Regierung sei nur zustande gekommen, damit Kurz an die Macht kommt. Nach den Wahlen im Herbst 2017 war Sebastian Kurz mit der Regierungsbildung beauftragt worden. Seine Entscheidung, eine Koalition mit der nationalistischen FPÖ einzugehen, hatte europaweit für Kritik gesorgt.

Laut Asselborn sind die Geschehnisse eine große Chance für die EU-Wahlen, die am Sonntag stattfinden. Eine nationalistische Partei sei demaskiert worden. “Wir müssen aufpassen, dass wir diesen Menschen die EU nicht in die Hände geben.” Deshalb hofft er, dass Österreich nicht nur ein Warnschuss war. “Die werden nicht das Europa, das wir kennen, an unsere Kinder weitergeben, sondern ein zerbrochenes.”

Neuwahl nach Skandal-Video in Österreich Anfang September

19 Kommentare

    • Jang, haben Sie all die zunehmenden Fälle von Korruption in Luxemburg der Polizei gemeldet? Oder sind Sie auch nur so ein Humpenjang der so pauschal daherredet und meint, vieles zu wissen? Geben Sie uns doch Beispiele dieser zunehmenden Korruptionsfälle. Wetten dass da nichts mehr kommt.

  1. “Alle diese Parteien haben Dreck am Stecken” , sagt Herr Asselborn, nur weil sie nicht sozialistisch geprägt sind? oder was?

    • Was war denn mit der Burgfriedaffäre? Um welche Korruptionsanbahnungen ging es denn da? Wer hatte wem was versprochen? Klären Sie doch die jüngeren Leser hier auf…

      • Die Ministerin Frieden-Kinnen wurde durch eine Pressekampagne zum Rücktritt gezwungen. Der t-Journalist hiess Goebbels und sein Direktor Poos. In den Archiven nachzulesen.

  2. ich stimme Herrn Asselborn zu, jedoch frage ich, ob er in seiner Aussage nicht ein Wort zuviel benutzt hat nämlich „diese“. Betrachtet man die Geschichte der weltweiten Politikskandale, müsste seine Aussage dann nicht eigentlich richtig heissen „Alle Parteien haben Dreck am Stecken“?
    Von Watergate über Iran-Contra, hin zu Waterkant-Gate (U.Barschel), Bunga Bunga, Spiegel Affaire, CDU-Spendenaffaire, Rainbow Warrior, Kreisky-Wiesenthal, Bettencourt, Dreyfus, Clearstream, Markovic, Plagiatsaffairen, Joschka Fischers und „Revolutionärer Kampf“, Cohn-Bendit, Lothar Spät, Möllemann, Biedenkopf, Scharping, Fillon, Rajoy, Publifin-Skandal, DSK, …usw
    Ich denke da sind so ziemlich alle Parteien vorhanden.

  3. “Alle diese Parteien haben Dreck am Stecken”. Mal so einen Happen hinwerfen und abwarten was passiert. Also raus mit der Sprache, jetzt, klären Sie uns und die Welt auf. Andernfalls schweigen Sie für immer.

  4. Wéi soen sr hannert der Grenz :”Haptsaach die Schnüss is op”. Nee H. Asselborn, w.e.g dann konkret Beispiller soss ass dat do neischt Aneschtes ewei ganz bëllegen Populismus.

  5. Solange alle Parteien sich von den Lobbyisten im EU Parlament schmieren lassen und das Lobbying ist +_ 70%
    im EU Parlament offiziel nachgewiesen.

    Da hat der Jang dann recht wenn er meint all diese Parteien weil da sind ja bis jetzt nur die Etablierten die was zu sagen haben, die anderen wollen ja erst hahin kommen.

    • Ich hoffe Pierre, Sie haben handfeste Beweise dafür, dass sich alle Parteien im Parlament schmieren lassen. Denn wenn diese Parteien einen Prozess wegen “diffamation” gegen Sie anstreben würden, immerhin bezichtigen Sie die der Korruption, müssten Sie die auf den Tisch legen. Sonst könnte es für Sie teuer werden. Aber ich wette, dass auch Sie wie der Jang, nur so daher plappern. Stammtisch. Keine Beweise, keine Ahnung aber auf dicke Hose machen.

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