Corona-Krise
Patientenvertretung klagt über große Verspätungen beim Contact Tracing
Die Patientenvertretung kritisiert die Arbeit des Contact-Tracing-Teams. Es sei zu starken Verspätungen bei der Nachverfolgung von Kontakten gekommen und das neue Online-Formular funktioniere nicht so wie angedacht.
Die Telefone laufen beim Contact Tracing jeden Tag heiß Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante
Drei Wochen warten und immer noch kein Anruf vom Contact-Tracing-Team: So geht es laut Patientenvertretung mehreren Personen, die im direkten Kontakt mit einer positiv getesteten Person gewesen sind. Die Betroffenen hätten das Formular auf der Seite der „Santé“ ausgefüllt, das dem Tracing-Team die Arbeit erleichtern soll. Trotzdem seien sie weder von diesen kontaktiert worden, noch sei ihnen mitgeteilt worden, ob und wann sie sich testen lassen können. Das teilte die Patientenvertretung am Freitagmittag in einem Presseschreiben mit.
Außerdem gebe es Probleme mit dem aktuellen Online-Formular, das Personen, die mit Infizierten in Kontakt gewesen sind, ausfüllen sollen. Erst habe es eine PDF-Version gegeben, was für viele Menschen ein Hindernis dargestellt habe. Nun gebe es eine „viel einfachere“ Möglichkeit, das entsprechende Dokument online auszufüllen – zumindest wenn man den Namen der infizierten Person kennt. Laut Patientenvertretung sei es nicht möglich, das Formular abzuschicken, wenn nicht alle Felder ausgefüllt sind, da es sich hierbei um sogenannte Pflichtfelder handelt. Allerdings bekommen Personen im Schulwesen und in Firmen aus Datenschutzgründen nur die Dossier-Nummer des Infizierten, mit dem sie in Kontakt waren, mitgeteilt.
Durch diese Probleme herrsche bei vielen Leuten Unsicherheit darüber, wie sie sich verhalten sollen, schreibt die Patientenvertretung. Den Betroffenen sei auch bei der Helpline nicht weitergeholfen worden. Diese könnten aus Datenschutzgründen keine Informationen herausgeben, auch nicht zum eigenen Dossier. Die Patientenvertretung fordere deswegen, dass das Online-Formular angepasst werden soll. Außerdem sollen die Durchschnittszeiten für einen Kontakt durch das Contact-Tracing-Team und die Zahl der potenziellen Kontakte regelmäßig veröffentlicht werden. Die Vertretung will zusätzlich wissen, wie mit den Personen verfahren wird, deren Dossier nun mehr als drei Wochen Verspätung habe.