CoronavirusPer Stichprobe in die Normalität: Jetzt werden Schüler und Lehrer im „Cluster“ getestet

Coronavirus / Per Stichprobe in die Normalität: Jetzt werden Schüler und Lehrer im „Cluster“ getestet
In der Rockhal und im CHEM wollten sich Premierminister Xavier Bettel und Gesundheitsministerin Paulette Lenert ein Bild von den Anstrengungen im Kampf gegen Corona machen – natürlich mit dem sicheren Ellbogen-Bump statt unhygienischem Handschlag Foto: Editpress/Julien Garroy

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20.000 Menschen will Luxemburg ab dem 19. Mai täglich testen. Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg. Die ersten Resultate der sogenannten Cluster-Prävalenz-Tests fallen allerdings recht positiv aus.

Auf dem Weg zurück in die Normalität setzt Luxemburg bekanntlich auf großflächige Massentests. So sollen ab dem 19. Mai bis zu 20.000 Personen am Tag getestet werden. Dabei ist die erste Phase der Cluster-Prävalenz-Tests bereits angelaufen. Mit durchaus ermutigenden Resultaten, wie Gesundheitsministerin Paulette Lenert (LSAP) am Freitag am Rande eines öffentlichen Besuchs im „Centre de soins avancés“ in der Escher Rockhal und dem „Centre hospitalier Emile Mayrisch“ (CHEM) gegenüber dem Tageblatt enthüllte.

Tatsächlich werden in einer ersten Phase nur bestimmte Bevölkerungsgruppen auf Covid-19 getestet, angefangen bei den Mitarbeitern aus dem Bauwesen, die nun wieder zur Arbeit erscheinen mussten. Dabei wurden stichprobenartige Tests gemacht, die ein repräsentatives Bild ergeben sollten. „Hätten wir dabei festgestellt, dass überdurchschnittlich viele Mitarbeiter an Covid-19 erkrankt sind, hätten wir die Tests auf die gesamte Branche ausgeweitet“, erklärte Lenert am Freitag. Dies sei jedoch nicht der Fall gewesen: „Die Resultate waren in Ordnung.“

Somit kann die Covid-19-Taskforce nun die nächste Etappe in Angriff nehmen: Das Bauwesen wird erneut in Stichproben getestet. Um festzustellen, ob nach der Öffnung der Branche eine weitere Infektionswelle im Anmarsch ist. Gleichzeitig werden die Tests auf eine weitere Gruppe ausgeweitet: die der Schüler und Lehrer.

Bildungswesen wird flächendeckend geprüft

Ziel sei es jedoch, das Bildungswesen gleich flächendeckend zu testen. „Damit wollen wir den Sorgen vieler Beteiligten Rechnung tragen. Die Tests sollen beruhigen, weshalb wir ab Montag alle Primaner testen“, betonte die Ministerin. Anschließend soll das Projekt auf andere Altersgruppen ausgeweitet werden, wenn möglich auch flächendeckend.

„Ziel des Projektes ist es, so gründlich wie nur möglich vorzugehen“, unterstrich Lenert. Doch sei das aktuelle Projekt Teil einer ganzen Strategie, der auch die reaktiven Tests angehören. Dabei handelt es sich um jene herkömmlichen Analysen, die durchgeführt werden, wenn Menschen mit Symptomen in den Gesundheitseinrichtungen vorstellig werden.

Die gesamte Strategie setze eine große Menge an Material voraus. „Auch das Cluster-Projekt ist sehr ehrgeizig und anspruchsvoll“, so die Ministerin. Somit müssten die Verfügbarkeit von Material, Personal und Logistik stets im Auge behalten werden. „Wir können uns nur nach der Decke strecken, die uns zur Verfügung steht. Und die ist auch zu diesem Zeitpunkt immer noch nicht unendlich“, gab die Ministerin zu bedenken.

Die ständige Sorge um das Material

Die Leitung der Cluster-Prävalenz-Tests hat die Covid-19-Taskforce übernommen. Dabei wird in erster Linie auf sogenannte PCR-Tests zurückgegriffen, die seit vergangener Woche zur Verfügung stehen. Bis zu 500.000 Tests sollen in den kommenden Wochen zugelegt werden. Finanziert wurde das 40-Millionen-Euro-Projekt aus dem Budget der Hochschulbildung.

„Mit der Zahl der Tests wären wir gut aufgestellt. Es ist auch unser ständiges Bestreben, genügend Material anzuschaffen“, so Lenert. Dennoch handele es sich um ein ambitioniertes Projekt, das auch an äußere Faktoren gebunden sei. „Die aktuelle Lage auf dem Markt bringt mit sich, dass stets etwas Unsicherheit mitspielt“, betonte Lenert. Außerdem müsse das nötige Personal angeheuert werden, um die Tests auch durchführen zu können.

Im Kampf gegen Corona setzen Regierung und Taskforce weiterhin auf motiviertes Personal
Im Kampf gegen Corona setzen Regierung und Taskforce weiterhin auf motiviertes Personal Foto: Editpress/Julien Garroy

Dies ist denn auch einer der Gründe, weshalb die Taskforce an erster Stelle mit Cluster-Tests zu arbeiten gedenkt, stets im Einklang mit den gerade zur Verfügung stehenden Mitteln. So ist es auch Aufgabe der Taskforce, jene Bevölkerungsgruppen zu bestimmen, die in einer nächsten Etappe getestet werden. Eine Entscheidung, die wiederum stark vom weiteren Vorgehen in der Exit-Strategie abhängt. „Ziel ist es, jene Branchen in Stichproben zu testen, die als Nächstes öffnen. Wie jetzt die Baubranche und das Bildungswesen“, verkündete Lenert.

Die Gesundheitsministerin verwies darauf, dass die Teilnehmer von der Taskforce bestimmt werden. Persönlich aber kann man sich nicht freiwillig melden. „Wie bei anderen Projekten werden die Teilnehmer ebenfalls alle repräsentativ zur Bevölkerungsgruppe ausgewählt und angeschrieben“, erklärte Lenert. Der 19. Mai sei denn auch mehr als Stichdatum zu verstehen, ab dem sämtliche benötigten Mittel und Logistik zur Verfügung stehen sollen.

„Prozeduren wurden eingehalten“

Am Rande ihres Besuches reagierte die Gesundheitsministerin auch auf etwaige Zweifel an der Zuverlässigkeit der Tests. Entwickelt wurden diese von der Luxemburger Firma „Fast Track Diagnostics“, einem Tochterunternehmen der deutschen Siemens-Gruppe (das Tageblatt berichtete). Nun ist in der Branche laut einem jüngsten Reporter-Bericht aber Kritik an dem Unternehmen aufgekommen. So habe die Siemens-Tochter in den vergangenen Monaten etwa erhebliche Probleme mit ihren Produkten gehabt.

Die Tests seien alle mit den nötigen Bescheinigungen versehen und in der EU zugelassen, betonte Paulette Lenert. Die Entscheidung, auf die Produkte von „Fast Track Diagnostics“ zurückzugreifen, sei zwar vor kurzem erst getroffen worden. Allerdings seien diese Prozeduren alle ordnungsgemäß abgelaufen.

Träger des Projektes sei das „Luxembourg Institute of Health“ (LIH). „Deshalb kann ich keine Stellung zu verschiedenen Punkten beziehen. Es fällt nicht in meinen Verantwortungsbereich“, sagte Lenert. Ihres Wissens nach habe das LIH die Ausschreibungskommission befasst. „Sodass ich davon ausgehe, dass sämtliche Prozeduren eingehalten wurden“, unterstrich die Gesundheitsministerin.

Anlass des Besuchs von Lenert, Premierminister Xavier Bettel (DP) und des Escher Bürgermeisters Georges Mischo (CSV) waren jedoch nicht die Corona-Tests. Vielmehr wollten sich die Regierungsmitglieder von den Anstrengungen ein Bild machen, welche die Gesundheitseinrichtungen in Esch im Kampf gegen Corona unternommen haben.

Sowohl im CSA als auch im CHEM hoben beide immer wieder ihre Bewunderung für alle Beteiligten hervor. Dass sich Luxemburg heute auf einem vielversprechenden Weg befinde, sei nicht zuletzt das Verdienst aller Mitarbeiter und Freiwilligen im Gesundheitswesen, so der Staatsminister. „Ihr seid Menschen, auf die wir stolz sein können“, betonte Xavier Bettel gegenüber den Anwesenden.

Tonia
3. Mai 2020 - 20.30

@Tossen Awer soss fält Iech näischt méi Konstruktives an? Dann hunn ech do wuel e Wuet schlecht gewielt...

Tossen
3. Mai 2020 - 18.07

@Tonia "Ech denke net mech weder einfach esou mol testen ze loosse, nach eng App z’installéieren. A sollt et emol eng Impfung ginn, da wäert ech déi och vläicht dankend ofleenen, och wann déi Impfung sollt zwangsweis geschéien .." Ech mengen Dir wësst net wat 'zwangsweis' heescht, dat Wuert gëtt benotzt wann een net KANN ofleenen. Da kommt der eben an e Lager.

Gaston
3. Mai 2020 - 17.22

Macht uns die Kneipen auf!

mike
3. Mai 2020 - 10.54

Jedes Jahr sterben +- 1250 Leute an Krebs ,davon +-250 an Lungenkrebs, der (virus) ist gut bekannt ...der Tabak..und was macht unsere Regierung dagegen nix und demnächst erlaubt der Staat Haschich ,der natürlich meistenfalls geraucht wird.Also keine Panik es gibt schlimmere Krankheiten als Corona.Es wäre auch besser das Geld für die Tests in die Forschung für einen Impfstoff zu geben.

Gasty
3. Mai 2020 - 10.16

Genau praezies alles gesot wat leeft

Tonia
2. Mai 2020 - 16.52

Ech denke net mech weder einfach esou mol testen ze loosse, nach eng App z'installéieren. A sollt et emol eng Impfung ginn, da wäert ech déi och vläicht dankend ofleenen, och wann déi Impfung sollt zwangsweis geschéien oder ee nëmme nach e Pass kann ufroen oder reese ka wann ee geimpft ass. Ech komme mir bei déi ganzer Saach hei zimmlech vera... vir. Ech hu nach ze vill déi Saach mat der Schwéngsgripp, Impfungen an Tamiflu am Kapp. An, w.e.g., dir Medien, dir Politiker, halt dach endlech op ëmmer vu "Coronadoudeger" ze schwätzen. Et gëtt onnëtz Angscht gemaach (mat déier alldeeglecher topeger Statistik, déi awer glat a guernäischt ausseet), a wann ee mol genee kuckt, wien déi Leit da sinn, déi stierwen, da gesäit ee schnell wat lass ass. Natierlech ass all Doudegen onglécklech an ëmmer een ze vill. Mä et si net Leit déi UM Covid, mä meeschtens méi eeler Leit déi Virerkrankungen hunn, a MAM Covid stierwen. Also, si mir da mol realistesch. E Riesegedäisch an eng Panik zugläich. En enorme wirtschaftleche Schued gëtt verursaacht. Leit gi net bei den Dokter an iwwerginn en Häerzinfarkt, oder en Hiereschlag, eng Bauchentzündung, asw. Leit kréien hir Existenz zerstéiert, ginn an de Ruin gedriwwen, Leit gi psychesch krank, a beginn eventuell Suizid. Sot mir mol w.e.g., ob een déi herno och zu Covid-Affer ziele kann, déi Doudeger, wou mir och nach keng Donkelziffer kennen, an déi herno an der Wirtschaftskris ze bekloe sinn? An, wéi ass et herno vläicht mat all den Impfgeschiedegten? Mech géif awer trotzdeem mol en Immuntest interesséieren. Da wéisst ech zumindest wou ech dru wier a bréischt "net méi matzemaache" bei der kollektiver a krankhafter Paranoia! Well dat ass et, eng rieseg Zwangsneuros, déi de Moment all Dag mat de Leit hiren Ängschte gefiddert gëtt.

Guy
2. Mai 2020 - 12.13

sin mol gespannt,wenn sech dann alles fraiwelleg testen leist, hanerum Enn wärden se op hiren Tester setzen bleiwen.