Die Ängste der Luxemburger

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Das Meinungsforschungsinstitut TNS Ilres hat sich mit Angst beschäftigt – und wollte herausfinden, wovor die Menschen in Luxemburg sich eigentlich fürchten.

Die Angst ist ein Gefühl, das Menschen ihr ganzes Leben lang begleitet. Während einige versuchen, ihr aus dem Weg zu gehen, fordern andere sie gezielt heraus, indem sie sich beispielsweise Horrorfilme reinziehen, Zombiespiele zocken oder mit einem Seil an den Beinen von einer Brücke springen. Das Meinungsforschungsinstitut TNS Ilres hat sich mit dem Thema beschäftigt und wollte herausfinden, wovor sich die Menschen in Luxemburg eigentlich fürchten.

Mehr als die Hälfte der Befragten haben angegeben, dass sie Angst davor haben, schwer zu erkranken. Je höher das Alter, desto öfter wurde dieser Aspekt genannt. Bei Menschen über 65 Jahren waren es sogar sieben von zehn Personen. Die Senioren Luxemburgs fürchten sich zudem vor Abhängigkeit und Behinderung durch hohes Alter.

Auf dem zweiten Platz landet die Angst vor dem Tod. Allerdings nicht vor dem eigenen, sondern vor dem einer nahestehenden Person. Während 54 Prozent der Befragten fürchten, einen Nächsten zu verlieren, haben nur 31 Prozent Angst davor, selbst zu sterben.

Akademiker fürchten politischen Extremismus

Trump, Putin, Erdogan und Co. scheinen Namen zu sein, die die Menschen in Luxemburg beunruhigen. Mehr als die Hälfte der Befragten haben Angst vor einem internationalen Krieg. Überraschenderweise fand das Umfrageinstitut heraus, dass davon mehr Frauen als Männer betroffen sind. Gleiches gilt für die Furcht vor einem Terroranschlag. Übrigens: Ausländische Einwohner haben mehr Angst vor Terror als Luxemburger. Das scheint jedoch nicht auf unsere älteren Mitmenschen zuzutreffen: In der Altersklasse über 65 fürchtet sich nur jeder Dritte vor einem Anschlag.

Weniger weit weg, aber umso aktueller: der politische Extremismus. Le Pen in Frankreich, die AfD in Deutschland und erst kürzlich die FPÖ in Österreich. Luxemburg blieb zwar, verglichen mit den Nachbarländern, von dem Phänomen weitgehend verschont, trotzdem haben vier von zehn luxemburgischen Einwohnern Angst vor extremen Strömungen in der Politik. Interessanter Befund von TNS Ilres: Davon sind vor allem Menschen mit Universitätsabschluss betroffen.

Jugend hat Angst vor der Arbeitslosigkeit

Auch überraschend: 42 Prozent der Befragten fürchten den Klimawandel und dessen Konsequenzen. Erst danach folgen die Angst, auf der Straße überfallen zu werden (39 Prozent), vor einer unsicheren finanziellen Lage der nächsten Generationen (38 Prozent) und vor der generellen Verschlechterung der Lebensqualität (32 Prozent).

Die Debatte um das Wachstum Luxemburgs hat wohl auch ihre Spuren hinterlassen. Immerhin fürchtet sich deshalb jeder vierte Befragte vor Spannungen in der Gesellschaft. Hiervon sind vor allem Frauen und Ausländer in Luxemburg betroffen. Auch genannt – wenn auch von weniger Befragten – wurden die Angst vor einer Scheidung, vor politischer Instabilität und vor einer Drogen- oder Alkoholabhängigkeit.

Aber auch die Jugend ist nicht angstfrei. Oft genannt wurde das Thema Altersarmut. Eine der ganz großen Sorgen ist die Arbeitslosigkeit: Jeder Dritte zwischen 18 und 24 Jahren fürchtet, keinen Job zu finden.

armand
26. Oktober 2017 - 18.50

habe vor kurzem so eine ilres umfrage mitgemacht und verstehe jetzt besser warum diese statistiken so genau sind. konnte auf einem tablet, so ein computerding, während einer guten halben stunde meine meinung zum besten geben. dieser fragekatalog war zu lang und man musste bei den fragen mehrere antworten geben. kann mir vorstellen dass bei manch einem die motivation ausgeht (wie bei mir auch) also auch die qualität der befragung litt.dann zum schluss mussten meine gesammelten werke noch "gesaft" werden was aber schief ging und alle daten verloren waren. nur wei die dame " so eng schnukelesch meisschen" war (ist das schon sexistisch?) habe ich es zum 2.x probiert aber diesmal im schnelldurchgang.

de KLautchen
26. Oktober 2017 - 18.24

Ich habe Angst wenn es an Tür klingelt und meine Schwester kommt, oder wenn das Telefon klingelt und meine Mutter ist dran

Jeannosch
26. Oktober 2017 - 12.12

"Akademiker fürchten politischen Extremismus." Natürlich wer an den "Magouillen" gegen den Proleten mitwerkelt, fürchtet die Retourkutsche.

Mike
25. Oktober 2017 - 19.45

Altersaarmut ass keen Thema an der lötzebuerger Politik. Daat betrefft viirun allem gescheed Leit an dei sin eng Quantite negligable fiir eis Politiker.

Marius
25. Oktober 2017 - 18.18

Ständig hat irgendjemand Angst vor irgendetwas. Diese Erfahrung ist wahrscheinlich so alt wie die Menschheit selbst. In heutiger Zeit fürchtet man sich vor Terrorismus, Katastrophen, vor allem vor dem Islam, vor den Immigranten, vor der bösen Schwiegermutter, oder sogar vor dem Teufel. Früher, in christlicher Zeit trug letzter die ganze Schuld an allem, sogar am eignen Versagen. Angst ist gleichzusetzen mit einem Abwehrmechanismus unseres Gehirns gegen unerwünschte Lebensereignisse. Krankhafte Angst ist jedoch therapierbar. Bei Bedarf den Psychotherapeuten dazu befragen. Als Angstverstärker gilt auch heute noch die katholische Kirche, die immer noch ein lukratives Geschäft mit der Angst betreibt, weniger aber immerhin. Doch sie ist nicht allein, denn auf weiter Flur gibt es noch zahlreiche Gruppen, die diesem lukrativen Geschäft etwas abgewinnen können. Zu erwähnen wären die Mainstream Medien, die Religionen, die Verschwörungstheoretiker, eine besondere Zunft der Wissenschaft (siehe Klimaerwärmung), die Pharmaindustrie, die Militärindustrie, die Umfrageinstitute, die Terroristen und viele andere mehr. Aus der Angst der Menschen Profit zu schlagen ist zutiefst unmoralisch, doch was soll‘s, wenn es in der Kasse klingelt.

plappermäulchen
25. Oktober 2017 - 16.59

Wéivill Leit goufen befrot? Alt erëm esou eng Statistik, déi wäit hiergeholl as. Jüst an eppes gin ech der Studie recht. Altersarmut wäert en Thema sin fir déi nächst Wahlen. Wann bis dohin näischt geschitt op deem Niveau, wäert dës Regierung vun den ale Leit wuehl kéng Stëmmen méi kréien. An der gudder Hoffnung, dass sech mat enger neier Regierung eppes ännert .... wat wuehl och net den Fall wäert sinn.