Fussball: Champions League

24. April 2012 03:35; Akt: 24.04.2012 03:48 Print

Mit Ersatzcoach auf ErfolgskursMit Ersatzcoach auf Erfolgskurs

Wundersame Fußballwelt: Wenn Chelseas Interimscoach Roberto di Matteo am Dienstagabend (24.04.12) in Barcelona mit einem 1:0 im Rücken bestehen kann, zieht Chelsea ins Finale der Champions League ein.

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Fernando Torres, der „Katalanen-Schreck“. (Bild: Tageblatt-Archiv / AFP / Adrian Dennis)

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Da bietet ein russischer Milliardär seit 2003 ein halbes Dutzend namhafter Trainer auf, um den Europapokal zu gewinnen, wird jedoch Jahr um Jahr enttäuscht. Als Roman Abramowitschs FC Chelsea in dieser Saison aus der Spitzengruppe der Premier League abrutschte und – im März – der portugiesische Coach André Villas-Boas geschasst wurde, rückte dessen Assistent als Notlösung auf und startete einen neuen Anlauf in der Königsklasse.

Die Londoner hoffen, dass Barças Selbstbewusstsein durch die Heimniederlage gegen Real Madrid angeknackst ist. Chelsea schöpft außerdem Mut aus der Statistik: In den letzten fünf Begegnungen mit dem FC Barcelona blieben die „Blues“ ungeschlagen!

Obwohl Torjäger Messi in fast jedem Spiel erfolgreich ist, gelang ihm in sechs Partien gegen Chelsea kein Treffer. John Terry vermochte bisher den besten Spieler der Welt meist an die Kette zu legen. Gestärkt ist das Selbstvertrauen der Engländer darüber hinaus durch eine Erfolgsserie von acht Spielen ohne Niederlage, zuletzt 0:0 bei Arsenal. Offenbar besinnen sich die Mannen vor Torwart Peter Cech zum Ende einer schwierigen Liga-Saison auf ihre Tugenden.

Der Katalanen-Schreck

Während Fernando Torres als Fehleinkauf abgestempelt wird, weil der für 58 Millionen Euro vom FC Liverpool an die Stamford Bridge gewechselte Stürmer seither eine unerklärliche Ladehemmung aufweist, war er früher ein wahrer Katalanen-Schreck. Da schoss der Spanier sieben Tore in zehn Aufeinandertreffen mit seinen Landsleuten von Barcelona, das letzte allerdings vor sieben Jahren. In der Startelf dürfte Didier Drogba den Vorzug erhalten, der Schütze des wertvollen 1:0 im Hinspiel.

Barcelona ist keineswegs unbezwingbar – in den Auswärtsspielen der spanischen Liga setzte es Niederlagen durch Getafe und Osasuna. Diese Ausrutscher wurden allerdings im eigenen Camp Nou souverän ausgeglichen. Was die Chelsea-Fans ängstigt, das sind Messi, Iniesta und Xavi. Und es plagt die Erinnerung an das Halbfinale 2009 der Champions League, als der damalige Trainer Guus Hiddink die „schlechteste Leitung eines Schiedsrichters“ beklagte.

Zurück zu den Wurzeln

Angriff ist die beste Verteidigung – diese alte Fußballweisheit haben die Katalanen verinnerlicht. Dani Alves münzt sie in wenige Worte um: „Wer nur verteidigt, ist ein Verlierer, wer ständig angreift, ist ein Sieger.“ Mangelnder Mut und lähmende Furcht hätten Chelsea in dem ominösen Spiel vor drei Jahren zu schaffen gemacht, meint der offensive Verteidiger. „Wir führen den Fußball wieder an seine Wurzeln“, erklärt der Brasilianer, wie seine prominenteren Nebenleute in Barcelona ein echter Erfolgsgarant. Seit er 2006 nach Katalonien kam, heimste er 18 Trophäen in nur sechs Jahren ein.